Hafiz Al Assad
Aus WISSEN-digital.de
syrischer Politiker; * 6. Oktober 1930 bei Lathakia, † 10. Juni 2000 in Damaskus
Sohn eines Bauern und Angehörigen der schiitischen Alawitensekte. Bereits als Schüler soll sich Al-Assad politisch für den Abzug der Truppen der damaligen französischen Mandatsmacht eingesetzt haben und als Sechzehnjähriger der sozialistischen Baath-Partei beigetreten sein. Nach dem Abitur besuchte er die Militärakademie in Homs, galt als hervorragender Kunstflieger und war 1959 Staffelkapitän. Weil er innerhalb der Streitkräfte gegen die Auflösung der damaligen Union Syriens mit Ägypten opponierte, wurde er 1961 aus der Armee entlassen. Als Mitglied der militärischen Kommission der Baath-Partei bereitete er den Staatsstreich vom 8. März 1963 vor. Als sich 1966 der radikalrevolutionäre linke Flügel der Baath-Partei durchsetzte - er förderte die Zusammenarbeit mit der Sowjetunion und den panarabischen Kampf gegen Israel - erhielt Assad den Posten des Verteidigungsministers.
1970 übernahm er nach einem Putsch gegen Präsident Nur Al-Din Al-Atassi die Regierungsmacht; seit 1971 war er offiziell Staatspräsident. Er verfolgte während seiner 30-jährigen Regierungszeit einen autokratischen Führungsstil.
Al-Assad bemühte sich, die Isolation Syriens in der arabischen Welt zu überwinden. Es gelang ihm, sowohl die Beziehungen zu Ägypten, Jordanien, Saudi-Arabien und Jemen zu verbessern, als auch die einseitige Anbindung an die UdSSR zu lockern, ohne auf deren Waffenlieferungen verzichten zu müssen. Auch im Lande leitete er eine gemäßigte Politik ein, die sich vor allem durch eine liberale Wirtschaftspolitik auszeichnete. Darüber hinaus war Hafiz Al-Assad sehr um ein gutes Verhältnis zur islamischen Geistlichkeit bemüht.
Als entschiedener Gegner Israels führte er Syrien 1973 in den Jom-Kippur-Krieg. Al-Assad traf im Juni 1976 die Entscheidung, reguläre syrische Truppen in den Libanon zu entsenden. Er hatte im eigenen Land eine erhebliche Untergrundopposition gegen sich - es kam zu Aufständen, örtlichen Kämpfen und Straßenkämpfen. 1994 erklärte Al-Assad erstmals seine Bereitschaft zum Friedensschluss mit Israel, allerdings nur zu eigenen Konditionen. Die Friedensgespräche, in denen er den Rückzug Israels auf die Grenzlinien vom Juni 1967 forderte, kamen jedoch bis zu seinem Tod 2000 zu keinem befriedigenden Ergebnis. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Baschar Al-Assad.
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