Giuseppe Verdi

    Aus WISSEN-digital.de

    italienischer Komponist; * 10. Oktober 1813 in Le Roncole bei Busseto, Parma, † 27. Januar 1901 in Mailand

    Giuseppe Verdi Porträt

    Der Sohn eines Gastwirts erhielt erste musikalische Grundlagen vom Schulmeister und Organisten seines Heimatdorfs vermittelt. Als Gymnasiast in Busseto konnte er sie erweitern. Der Versuch, am Mailänder Konservatorium aufgenommen zu werden, scheiterte, Verdi bestand die Aufnahmeprüfung nicht. Er studierte stattdessen drei Jahre bei Vincenzo Lavigna, nahm danach im März 1836 die Stelle eines Musikdirektors in Busseto an und heiratete am 4. Mai desselben Jahres Margherita Barezzi, die bereits vier Jahre später starb.

    Giuseppe Verdi Porträt

    1839 wurde Verdis erste Oper, "Oberto", an der Mailänder Scala uraufgeführt, sie erzielte lediglich einen Achtungserfolg, sein nächstes Werk, die komische Oper "Un giorno di regno", fiel 1840 durch. Erst mit den folgenden drei Opern, "Nabucco" (1842), "I Lombardi alla prima crociata" (1843) und "Ernani" (1844), begründete er seinen Ruhm als Opernkomponist. Zwar noch von V. Bellini und G. Donizetti beeinflusst, überragt er jedoch beide bald an Universalität.

    Nachdem er 1849 in der Sängerin Giuseppina Strepponi eine zweite Lebensgefährtin gefunden hatte, erwarb Verdi das große Landgut Sant'Agata, wo er zurückgezogen den größten Teil seines Lebens verbrachte.

    Hier entstanden "Rigoletto" (1815), "Il Trovatore" (1853) und "La Traviata" (1853), die ihn endgültig über Italien hinaus bekannt machten. Vorangegangen war eine Reihe von Meisterwerken, denen erst nach dem Tod des Komponisten der Durchbruch gelang. Sein erstes Originalwerk für die Pariser Oper war 1855 "Les vêpres siciliennes". Es folgten "Un ballo in maschera" (Rom, 1859), "La forza del destino" (St. Petersburg, 1861), die Pariser Zweitfassung von "Macbeth" (1865) und "Don Carlos" (Paris, 1867).

    In Deutschland wurde und wird Verdi gerne als Gegenspieler R. Wagners auf dem Gebiet der italienischen Oper gesehen. Obwohl Verdi mehrmals Interesse bekundet hat, kam es nie zu einem Treffen der beiden im selben Jahr geborenen Komponisten. Mit Wagner gemeinsam ist Verdi das Bestreben, die Opern mehr und mehr durchzukomponieren, und von der Nummernoper wegzukommen.

    1871 wurde die Eröffnung des Suez-Kanals in Kairo mit der Uraufführung der "Aida" gekrönt. Nach einer längeren Schaffenspause - nur unterbrochen durch die Komposition der "Messa da Requiem" - trat Verdi noch einmal mit zwei Meisterwerken an die Öffentlichkeit: dem "Otello" (1887) und dem "Falstaff" (1893). Verdi wurde in der Kapelle der von ihm gestifteten Casa di Riposo - einem Heim für verarmte alte Künstler - beigesetzt.

    Werke: "Te deum" für Chor und Orchester, "Stabat mater" für Chor und Orchester, "Inno delle nazioni", "Quattro pezzi sacri", Lieder, Streichquartett e-Moll u.a.



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