Friedrich von Schiller

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    deutscher Schriftsteller; * 10. November 1759 in Marbach am Neckar, † 9. Mai 1805 in Weimar

    Friedrich von Schiller

    Schiller gilt neben J.W. von Goethe als bedeutendster Schriftsteller der deutschen Klassik.

    Lebensstationen

    Schiller besuchte die berühmte, von Herzog Karl Eugen gegründete Karlsschule in Stuttgart. Er studierte zuerst Jura, dann Medizin. 1780 wurde er nach Abschluss seines Studiums Regimentsmedikus in Stuttgart.

    1782 wurden "Die Räuber" in Mannheim uraufgeführt. Wiederholt kam es zu Konflikten mit Herzog Karl Eugen, die im Herbst 1782 dann zur Flucht Schillers aus Stuttgart führten. Nach verschiedenen Zwischenstationen wurde er vorübergehend in Mannheim als Theaterdichter angestellt. Dort wurden während dieser Zeit auch seine Jugenddramen ("Die Verschwörung des Fiesko zu Genua", "Kabale und Liebe") aufgeführt und gedruckt.

    1785 zog Schiller auf Einladung seines späteren Freundes Körner nach Leipzig und Dresden, 1787 nach Weimar. 1788 schlug Goethe ihn für eine Geschichtsprofessur in Jena vor, die er 1789 auch antrat. Bis 1793 schrieb Schiller zahlreiche historische Werke und Aufsätze und beschäftigte sich eingehend mit der Kant'schen Philosophie. 1790 heiratete er Charlotte von Lengefeld.

    Goethe und Schiller; Denkmal in Weimar

    1794 begann ein intensiver Gedankenaustausch mit W. von Humboldt und die Freundschaft mit Goethe. In den folgenden Jahren entstanden Schillers große ästhetischen Schriften und seine klassische Lyrik. Seine Lehrtätigkeit hatte er aus gesundheitlichen Gründen bereits 1791 aufgegeben; in den folgenden Jahren lebte er von einem Stipendium des Herzogs von Augustenburg. 1802 siedelte er nach Weimar über. Ab den späten neunziger Jahren entstanden in rascher Folge seine klassischen Dramen ("Wallenstein", "Maria Stuart", "Die Jungfrau von Orleans", "Die Braut von Messina", "Wilhelm Tell"). Der "Demetrius" blieb Fragment.

    Bedeutung und Werk

    Schiller ist vor allem für seine Dramen berühmt. Sein Stück "Die Räuber" gehört zu den herausragendsten Dramen des Sturm und Drang und begründete Schillers Ruhm. Seine späteren, der Klassik zugehörigen Stücke behandeln historische Themen (z.B. "Wallenstein", "Maria Stuart"). Schillers Anliegen ist dabei nicht so sehr historische Genauigkeit als vielmehr die Umsetzung seines in vielen theoretischen Abhandlungen (z.B. "Über die ästhetische Erziehung des Menschen", 1795) formulierten Ästhetikkonzepts.

    Seine theoretischen Schriften sind stark von den Werken Immanuel Kants beeinflusst. Wichtigstes Publikationsorgan von Schillers Abhandlungen zur Ästhetik war die vom Dichter selbst gegründete Zeitschrift "Die Horen", für die auch Goethe und andere bedeutende Vertreter der Weimarer Klassik schrieben. Neben den Dramen verfasste Schiller auch berühmte Gedichte: Hier sind vor allem seine Balladen ("Der Ring des Polykrates", "Das Lied von der Glocke", "Die Kraniche des Ibykus", "Die Bürgschaft", "Der Taucher") und seine das Kunstschaffen reflektierenden Gedichte ("Die Künstler", 1789) zu nennen.

    Weniger bekannt ist Schillers Prosa. Besonders hervorzuheben ist seine Erzählung "Der Verbrecher aus verlorener Ehre" (1787), die durch ihre psychologische Erklärung der Handlungsweisen der Hauptfigur einen sehr modernen Ansatz aufweist.


    Audio-Material
    Datei:Schiller.mp3 Friedrich von Schiller, Der Verbrecher aus verlorener Ehre

    (1792)


    Zitat
    Datei:Z94 schiller.mp3



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