Friedrich II. (Hl. Römisches Reich)

    Aus WISSEN-digital.de

    römisch-deutscher Kaiser; * 26. Dezember 1194 in Jesi bei Ancona, † 13. Dezember 1250 bei Lucera

    Friedrich II.

    Bereits als Zweijähriger wurde Friedrich Weihnachten 1196 von den deutschen Fürsten in Frankfurt zum deutschen König gewählt, als Vierjährigen krönte man ihn am Pfingstfest 1198 in Palermo zum König von Sizilien. 1197 war sein Vater Heinrich VI., König von Sizilien, gestorben, 1198 seine Mutter Konstanze. Für den vierjährigen Herrscher übernahm Papst Innozenz III. Vormundschaft und Regentschaft.

    In Deutschland hatte die antistaufische Partei den WelfenOtto IV. zum König gewählt. 1211 wurde Friedrich auf Betreiben des Papstes zum König gewählt. Den folgenden Thronstreit konnte Friedrich für sich entscheiden; 1215 wurde Friedrich in Aachen zum König gekrönt; 1220 holte er seinen Sohn Heinrich, der bereits König von Sizilien war, nach Deutschland, und ließ ihn zum deutschen König wählen.

    1220 wurde Friedrich II. von Papst Honorius III. in Rom zum Kaiser gekrönt. Die auf Innozenz folgenden Päpste, Honorius III. und vor allem Gregor IX. und Innozenz IV., waren erbitterte Feinde Friedrichs und seiner Reichs- und Italienpolitik.

    Verleihung eines Privilegs durch Friedrich II.; Gemälde

    Friedrich setzte eine straffe Verwaltungs- und Steuerpolitik durch und machte sich dadurch die reichen lombardischen Städte zu Feinden. Der Papst schloss mit diesen Städten einen Pakt in der antikaiserlichen Liga.

    In Deutschland verschaffte Friedrich sich Rückendeckung durch die Preisgabe von Reichsrechten an die geistlichen und weltlichen Fürsten, denen er damit die aufstrebenden deutschen Städte auslieferte. Im Gegensatz dazu errichtete er in Unteritalien den ersten modernen, zentral und straff verwalteten Staat Europas.

    Von Papst Gregor IX. gebannt, sicherte Friedrich II. auf dem fünften Kreuzzug 1229 durch geschickte Verhandlungen den Christen den Besitz Jerusalems und ließ sich 1230 vom Bann lösen (Erlass blutiger Ketzergesetze).

    1235 setzte er seinen Sohn Heinrich (VII.) wegen Hochverrats in Deutschland als König ab. 1239 wurde Friedrich zum zweiten Mal vom Papst gebannt, 1245 vom Konzil von Lyon als abgesetzt erklärt. In Deutschland musste er die Wahl von Gegenkönigen (Heinrich Raspe; Wilhelm von Holland) hinnehmen.

    Friedrich II. wurde von seinen Zeitgenossen äußerst kontrovers beurteilt: Galt der hoch gebildete, tolerante und naturwissenschaftlich interessierte Kaiser seinen Anhängern als "Stupor mundi", als "Staunen der Welt", setzten ihn die Anhänger der päpstlichen Partei mit dem Antichrist gleich. Nach seinem Tod entstanden Sagen über seine Wiederkehr, die später auf Friedrich Barbarossa übertragen wurden.



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