Fische (Tiere)

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    (Pisces)

    Allgemeines

    Überklasse der seit dem Silur (vor etwa 450 Millionen Jahren) bekannten, wasserbewohnenden Wirbeltiere (Vertebrata) von wechselwarmer Körpertemperatur, die im erwachsenen Zustand mit Kiemen atmen und meistens beschuppt sind. Fische bilden die größte Gruppe der Wirbeltiere und sie bewohnen vielfältige Lebensräume: die lichtlosen Bereiche der Tiefsee, die mittleren Tiefenschichten der Ozeane und die lichtdurchfluteten, oberflächennahen Wasserschichten des offenen Meeres; man findet sie in den feuchtheißen Tropen genauso wie in den lebensfeindlichen Polargebieten, in Süßwassermeeren und sogar im Luftraum über dem Wasser. Die heute lebenden Fische werden in zwei Klassen unterteilt: Knorpelfische (Chondrichthyes) und Knochenfische (Osteichthyes), wobei die Klasse der Knochenfische erheblich größer ist als die der Knorpelfische. Die Lungenfische der Ordnung Dipnoi in Südamerika, Afrika und Australien atmen während der Trockenzeit durch ihre Schwimmblase, zur Regenzeit durch Kiemen.

    Artenvielfalt

    Die verschiedenen Fischarten weisen eine erhebliche Größenvielfalt auf. Während der kleinste Fisch, die Zwerggrundel (Pandaca pygmaea) aus dem Indischen Ozean, nur elf Millimeter lang wird, kann der Riesenhai (Centorhinus maximus) eine Länge von 15 Metern und ein Gewicht von ca. 68 000 Kilogramm erreichen.

    Körperbau

    Im Allgemeinen haben Fische eine torpedoförmige Gestalt mit seitlich abgeplattetem Körper, der zum Schwanz hin spitzer ausläuft. Das Skelett ist entweder verknöchert (Knochenfische) oder knorpelig (Knorpelfische). Bei den Knochenfischen wird das Skelett ergänzt durch feine Verknöcherungen und Scheidewände aus Bindegewebe, die die einzelnen Muskelschichten trennen (Gräten). Der Körper trägt eine Reihe von Flossen, die zum Antrieb (Schwanzflossen) oder als Steuer (Brust- und Bauchflossen) dienen. Je nach Lebensweise sind die Flossen oft beträchtlich abgewandelt oder fehlen ganz. Die Haut ist meist mit Schuppen bedeckt. Vor allem die tropischen Meeresfische zeigen eine große Vielfalt an Farben und Mustern.

    Ernährung und Fortpflanzung

    Fische ernähren sich hauptsächlich von tierischer Kost, wie beispielsweise von Insekten und Würmern.

    Die meisten Fische legen Eier (Laich), manche gebären aber auch lebenden Nachwuchs. So legen ovipare Fische Eier, die außerhalb des Körpers des Weibchens befruchtet werden. Bei viviparen Fischen verläuft die Befruchtung innerhalb des Körpers; sie bringen lebende Jungtiere in einem relativ fortgeschrittenen Entwicklungsstadium zur Welt.

    Elterliche Fürsorge ist entweder gar nicht oder aber sehr hoch entwickelt, wie etwa beim Schlammfisch (Amia calva): Bei Bedrohung durch Feinde suchen die Jungtiere dieser Art zum Schutz das Maul eines Elternteiles auf.

    Entgegen der landläufigen Meinung sind Fische weder taub noch stumm. Ein Karpfen (Cyprinus carpio) beispielsweise kann so dressiert werden, dass er herbeischwimmt, wenn ein Klingelsignal ertönt. Fisch-Schwärme können wie auf Kommando gleichzeitig im Wasser wenden; welcher Art diese Kommunikation ist, bleibt für die Verhaltensforscher nach wie vor ein Rätsel.

    Systematik

    Überklasse aus dem Unterstamm der Wirbeltiere (Vertebrata), mit den beiden Klassen

    Knorpelfische (Chondrichthyes) und

    Knochenfische (Osteichthyes)

    Zur Klasse der Knorpelfische (Chondrichthyes) gehören die Unterklassen

    Plattenkiemer (Elasmobranchii) mit den beiden Ordnungen

    Haie (Selachii) Rochen (Rajiformes) Seedrachen (Holocephali)

    Zur Klasse der Knochenfische (Osteichthyes) gehören die Unterklassen

    Strahlenflosser (Actnopterygii) mit den Überordnungen

    Echte Knochenfische (Teleostei) Flüssler (Polypteri) Knochenganoiden (Holostei) Knorpelganoiden (Chondrostei) Muskelflosser (Sarcopterygii) mit den Überordnungen

    Lungenfische (Dipnoi) Quastenflosser (Latimeria) Fetter Text



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