Faktorproportionentheorie
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auch: Heckscher-Ohlin-Theorem oder -modell;
von Eli Heckscher und Bertil Ohlin entwickelte, später von Paul Samuelson ergänzte, neoklassische Außenwirtschaftstheorie, die sich mit den Bestimmungsgründen des Außenhandels befasst und den Zusammenhang zwischen den internationalen Unterschieden in der Ausstattung mit Produktionsfaktoren (Faktorausstattung) und der Handelsstruktur analysiert. Das Heckscher-Ohlin-Modell geht von der klassischen Theorie der komparativen Kostenunterschiede von David Ricardo aus, fügt aber den Aspekt der unterschiedlichen Faktorausstattung sowie die Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital hinzu.
Die Faktorproportionentheorie besagt, dass - unter bestimmten Bedingungen - jedes Land die Güter exportiert, zu deren Produktion ein relativ hoher Einsatz an im Übermaß vorhandenen Produktionsfaktoren nötig ist, und dafür Güter importiert, die einen relativ hohen Einsatz der nur wenig vorhandenen Produktionsfaktoren erfordern. Die unterschiedlichen Produktionsmöglichkeiten der Länder sind also gemäß dieser Theorie in der unterschiedlichen Faktorausstattung bedingt. Die Länder sind in unterschiedlichem Verhältnis mit Produktionsfaktoren ausgestattet, diese proportionalen Unterschiede (Faktorproportionen) sind entscheidend - nicht die absolute Menge an Produktionsfaktoren.
Ein Beispiel: Land A verfügt über viel Produktionsfaktor X (Kapital), ist aber arm an Faktor Y (Boden; billige Arbeitskraft), bei Land B verhält es sich genau umgekehrt. Auf Grund der unterschiedlichen Faktorproportionen ist es für Land A lukrativer, Güter, deren Erzeugung einen hohen Aufwand des Produktionsfaktors Y erfordert (landwirtschaftliche bzw. handwerkliche Erzeugnisse) nicht selbst zu produzieren, sondern aus Land B zu importieren, während Land B umgekehrt Güter, die einen hohen Einsatz des Faktors Y erfordern (komplizierte technische Geräte) aus Land A importieren wird.
Die Faktorproportionentheorie ist jedoch bis heute umstritten; eine empirische Überprüfung am Beispiel der USA ergab dem Modell diametral entgegengesetzte Ergebnisse (Leontief-Paradoxon).
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