Elefanten

    Aus WISSEN-digital.de

    Allgemeines

    Indischer Elefantenbulle beim Staubbad

    Bei den Elefanten (Elephantidae) unterscheidet man vier Arten: den Großen Steppenelefanten, den Rundohrigen Waldelefanten, den Westafrikanischen Elefanten (alle in Afrika beheimatet) und den Asiatischen Elefanten.

    Elefanten sind Säugetiere mit bemerkenswerten körperlichen und geistigen Eigenschaften. Diese größten Landsäugetiere der Erde sind dank ihrer Rüssel sowie ihrer riesigen Ohren und Stoßzähne unverwechselbar. Die männlichen Exemplare des Großen Steppenelefanten können bis zu sieben Meter Länge, vier Meter Schulterhöhe und 7,5 Tonnen Gewicht erreichen; ihre Stoßzähne wiegen mindestens 40 Kilogramm. Die Leber eines solchen Elefanten wiegt 68 Kilogramm, eine Niere bis zu neun Kilogramm, der Penis bis zu 27 Kilogramm, das Herz bis zu 27,5 Kilogramm, das Gehirn bis zu 5,4 Kilogramm.

    Dressierte Elefanten im Zirkus

    Das Gehirn des Elefanten ist nicht nur schwer, sondern auch hoch entwickelt. Seine Lernfähigkeit ist mit der des Menschenaffen vergleichbar. Der Rüssel ist nicht nur Greif- und Riechorgan, das Tier kann mit ihm auch aus tiefen Löchern Wasser heraussaugen oder aus stark von Pflanzen überwucherten Gewässern das Tiefenwasser empor pumpen. Auch seine Stoßzähne sind Vielzweckorgane. Sie können beim Abschälen von Rinde, zum Abbrechen von Ästen oder zum Umstürzen von Bäumen benutzt werden. Verdauungsapparat und Stoffwechsel sind sehr leistungsfähig; deshalb kann das Tier weit über 100 verschiedene Pflanzenarten als Nahrung verwerten, pro Tag mehrere Zentner.

    Fortpflanzung

    Elefanten beim Schlammbad

    Elefanten sind "K-Strategen". Darunter versteht man Arten, die - im Gegensatz zu den "r-Strategen" - nur sehr wenig Nachwuchs zeugen, eine sehr lange Tragzeit (durchschnittlich 22 Monate) haben und deren Junge nach langer mütterlicher Betreuung erst spät (weibliche Tiere in der Regel ab zehn Jahren, männliche ab 30 Jahren) fortpflanzungsfähig werden. Eine Folge dieser Strategie der geringen Vermehrung ist der Zusammenschluss zu festgefügten Sozialverbänden.

    Sozialverhalten

    Steppenelefanten am Wasserloch

    Die Familiengruppen des afrikanischen Steppenelefanten bestehen aus einer Mutter oder wenigen (dann auch verwandten) Müttern mit ihren erwachsenen Töchtern sowie deren und ihren eigenen Jungen. Mehrere solche Familiengruppen sind wiederum locker zu einer größeren Herde zusammengefügt. Eine solche Mutter-Kind-Herde wird von einem einzelnen Elefantenbullen oder einem Bullenverband begleitet; erwachsene männliche und weibliche Tiere leben jedoch getrennt. Dieses flexible Sozialverhalten hat für die Erhaltung der Herde große Bedeutung: die Bullen verweilen länger an einem Busch oder Baum als die Kühe und die Jungtiere, das heißt, der Lebensraum des jeweiligen Sozialverbands wird optimal genutzt.

    Indische Elefanten beim Wasserbad

    Die Leitkuh einer Mutter-Kind-Herde spielt eine eminent wichtige Rolle. Sie kennt das gesamte Wohngebiet und führt die Elefantenfamilie zu Weidegründen, Trink- und Badestellen, zu schattigen Bäumen, Schlammsuhlen und Staubplätzen. Bei diesen Wanderungen tragen Elefanten maßgeblich zur Verbreitung vieler ihrer Futterpflanzen bei, indem sie unverdaute Samen über weite Strecken transportieren. Manche Samen keimen überhaupt nur, wenn sie einmal den Verdauungstrakt eines Elefanten durchwandert haben. So tragen die Dickhäuter zum Anbau ihrer eigenen Nahrungspflanzen bei und leisten dabei auch vielen anderen pflanzenfressenden Tieren einen wichtigen Dienst. Als schlechte Futterverwerter erzeugen Elefanten außerdem täglich zentnerweise hochwertigen Mist. Sie düngen damit das Land und liefern Käferlarven und Vögeln Nahrung.

    Wanderungen

    Afrikanischer Elefant auf Futtersuche

    Eine Elefantenherde legt bei Notzeit-Wanderungen oft in einer einzigen Nacht bis zu 80 Kilometer zurück. Dabei gelangt sie in Regionen, die die jüngeren Familienmitglieder noch nie gesehen haben. Die Benutzung von Wanderwegen wird von den unerfahrenen Tieren in ihrem sprichwörtlich guten Gedächtnis behalten und von Generation zu Generation weitergegeben.

    Dank dieser Strategie und ihrer Intelligenz haben Elefanten bis heute in den verschiedensten Lebensräumen von der tropischen Sumpflandschaft bis an die Schneegrenze der Hochgebirge überlebt.

    Systematik

    Die einzige überlebende Familie aus der Ordnung der Rüsseltiere (Proboscidea).

    Überlebt haben diese urweltlichen Tiere in vier Arten:

    Asiatischer Elefant (Elephas maximus)

    Großer Steppenelefant

    Rundohriger Waldelefant

    Westafrikanischer Elefant



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