Das Rauchverbot und was es gebracht hat

    Aus WISSEN-digital.de

    Rauchen kann tödlich sein – dieser Hinweis findet sich bereits heute auf jeder Zigarettenschachtel. So manchem militanten Nichtraucher geht das aber nicht weit genug und auch die Politik fordert immer wieder ein stärkeres Vorgehen gegen das Rauchen. Schockierende Bilder auf Zigarettenpackungen, abschreckende Werbespots – damit soll das Rauchen gerade Jugendlichen vermiest werden, wie das Video zeigt.

    Doch kann man damit eine Verbesserung erzielen? Freilich, würde weniger geraucht, könnte das Gesundheitssystem entlastet werden. Aber sind die Raucher bereit, auf ihren täglichen Glimmstängel zu verzichten, wenn ihnen Horror-Bilder von der Zigaretten-Packung entgegen sehen?

    Wie sich das Rauchverbot in Deutschland entwickelt hat

    Dazu lohnt es sich, einen Rückblick zu wagen. Wie hat sich das Rauchverbot in Deutschland in den vergangenen Jahren entwickelt? Begonnen hat alles 2007, als die ersten Bundesländer neue Nichtraucherschutzgesetze auf den Weg bringen. Das Bundesnichtraucherschutzgesetz, das einheitlich gilt, untersagt das Rauchen in öffentlichen Verkehrsmitteln und in allen Behörden und Einrichtungen des Bundes.

    Ein Jahr später, ab Mitte 2008, darf auch in Kneipen und Restaurants bundesweit nicht mehr geraucht werden. Die Kneipiers und Restaurantbesitzer gehen dagegen jedoch vor und das Bundesverfassungsgericht fällt eine Grundsatzentscheidung. Darin heißt es, dass Ausnahmen, wie vorhandene Raucherräume, nicht dazu führen dürfen, dass Kleingastronomen benachteiligt werden.

    Ab dem Jahr 2009 richten die Bundesländer dann ihre Nichtraucherschutzgesetze nach diesem Grundsatzurteil aus. Das Rauchen in kleinen Kneipen ist wieder erlaubt, allerdings erst ab 18 Jahren.

    Nur ein Jahr später, 2010, gibt es in Bayern ein Volksbegehren. Mit einer Mehrheit von 61 Prozent wird ein striktes Rauchverbot für alle gastronomischen Einrichtungen in Bayern durchgesetzt. Ob Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen, sie alle haben weder in Kneipen, noch in Gaststätten oder sogar Bierzelten etwas zu suchen.

    Im Mai 2013 folgt der bisher letzte Akt im großen Schauspiel: NRW als bevölkerungsreichstes Bundesland verabschiedet ein noch strengeres Rauchverbot. Demnach gibt es keine Ausnahmen mehr. Abgetrennte Raucherbereiche in Restaurants sind nicht mehr erlaubt, auch Raucherkneipen werden untersagt. Selbst die Ausnahmen, die während Karneval und Kirmes lange galten, sind ab sofort aufgehoben.

    Was hat das Rauchverbot gebracht?

    Doch was hat das Rauchverbot bisher gebracht? Gastronomen klagen über deutlich gesunkene Umsätze aufgrund des massiven Rauchverbots, Raucher bestätigen, dass sie lieber auf den Ausflug in die Kneipe, als auf das Rauchen verzichten. Offizielle Quellen geben an, dass die Raucherquote bei Jugendlichen abgenommen hätte. Und andere, findige Raucher entdecken neue Schlupflöcher im Gesetz.

    Vor dem Verwaltungsgericht Köln kam es kürzlich zu einem Streit darüber, ob der Konsum von E-Zigaretten in öffentlichen Gaststätten und Restaurants gestattet sei. Im Gesetzestext sind diese elektronischen Zigaretten nicht explizit aufgeführt, wohl aber in der Gesetzesbegründung. Dennoch gehen die Richter davon aus, dass das Gesetz Recht hat, nicht die Gesetzesbegründung und dementsprechend dürfen E-Zigaretten geraucht werden, zumindest in NRW.



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