DOS
Aus WISSEN-digital.de
Abk. für: Disk Operating System, deutsch: Disketten-Betriebssystem,
von den Anfängen des PC bis in die 90er Jahre weit verbreitetes PC-Betriebssystem, das von verschiedenen Herstellern angeboten wurde bzw. wird, vor allem von Microsoft (MS-DOS = Microsoft-DOS), außerdem von IBM (PC-DOS) und Novell (Novell DOS, früher DR DOS, heute weitergeführt als Caldera Open DOS).
DOS ist ein Betriebssystem für den Real Mode der 80x86er Prozessor-Familie. Es wurde demgemäß für einen Benutzer und ein Programm konzipiert, ist also nicht für Mehrplatz- und Multitasking-Betrieb geeignet. Es nutzt im Prinzip nur die ersten 640 KB des Arbeitsspeichers; erst mit besonderen Verfahren lässt sich diese Beschränkung überwinden (EMS, HMA, UMA).
DOS wird zunehmend von Windows 95 und 98 verdrängt, die im Prinzip ein neues Betriebssystem darstellen, allerdings intern zum Teil auf DOS aufsetzen. Die Nachfolgeversion Windows Millennium kommt völlig ohne DOS aus.
Geschichte
Der unmittelbare Vorläufer von DOS wurde 1980 in den USA von Jim Paterson entwickelt. In der EDV-Welt herrschten damals die Großrechner; die ersten, noch seltenen Mikrocomputer liefen als 8-Bit-Systeme meist unter CP/M von Digital Research. IBM entwickelte zu dieser Zeit einen neuen 16-Bit-Rechner, den PC, und suchte ein Betriebssystem. Bill Gates kaufte für 50 000 Dollar das 16-Bit-DOS von Paterson und machte daraus die erste Version von PC- bzw. MS-DOS, mit der dann alle Personalcomputer von IBM ausgeliefert wurden. Sie kam im Februar 1981 auf den Markt. Der Erfolg von Microsoft basiert unter anderem darauf, dass IBM das DOS nicht kaufte, sondern lizensierte.
MS-DOS wurde von Microsoft in insgesamt 6 Versionen (bis 6.22) etwa 180 Millionen mal verkauft. Anfänglich waren die Versionen von PC-DOS (Anbieter: IBM) mit MS-DOS weitgehend identisch. Dies änderte sich bei den letzten Versionen. Das Konkurrenzprodukt DR DOS konnte einige Erfolge erzielen (nach Aufkauf und Umbenennung: Novell DOS; nach Übernahme durch Caldera: Caldera Open DOS).
Die Entwicklung von DOS folgte vor allem der Hardware; fast jede Version verbesserte z.B. die Möglichkeiten zur Verwaltung von Datenträgern und Dateien. DOS war flexibel genug, den Siegeszug der IBM-kompatiblen PC zu ermöglichen. Seine Beschränkungen und die geringe Benutzerfreundlichkeit führten aber zur Suche nach Alternativen und nicht zuletzt zum Erfolg von Windows.
Mit Windows 95/98 geht die Geschichte von DOS allmählich ihrem Ende entgegen. Der MS-DOS-Modus und die MS-DOS-Eingabeaufforderung weisen aber auch bei diesen Windows-Versionen darauf hin, dass es eine DOS-Basis und eine DOS-Kompatibilität gibt (DOS-Anwendungen können benutzt werden).
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