Claude Lorrain
Aus WISSEN-digital.de
französischer Maler und Radierer; * 1600 in Mirecourt, Lothringen, † 23. November 1682 in Rom
eigentlich: Claude Gellée;
Lorrain ist einer der wichtigsten Begründer der französischen, klassisch geprägten Richtung des Barock.
Über seine künstlerischen Anfänge ist nur wenig bekannt; sie scheinen auf sein Werk nur geringen Einfluss gehabt zu haben. Bereits mit dreizehn Jahren ging Lorrain nach Italien. 1619 wurde er in Rom Schüler Agostino Tassis. 1625 kehrte Lorrain nach Lothringen zurück; von 1627 an lebte er dauernd in Rom.
Claude Lorrain - der seinen Nachnamen von seiner Heimat Lothringen herleitete - wandte sich ganz der Landschaftsmalerei zu. Er führte den Stil der nordischen Meister in Rom, insbesondere von A. Elsheimer und P. Bril, weiter und wurde auch von seinem Landsmann Poussin entscheidend beeinflusst. Lorrains bevorzugtes Genre war die Ideallandschaft mit Staffagefiguren. Darin bettete er historische, mythologische und religiöse Szenen. Die Gemälde sind geprägt von lyrischer Stimmung und einer atmosphärischen Beleuchtung. Nicht zuletzt auf Grund der Wünsche seiner Auftraggeber veränderte er Stil und Sujet seiner Gemälde im Lauf der Jahrzehnte nur wenig.
Claude Lorrains Malerei war für die folgenden Jahrhunderte von größter Bedeutung und wurde von vielen Malern als Ausgangspunkt genommen.
Ebenso bedeutend wie als Maler war Lorrain als Zeichner und Radierer. 200 seiner Zeichnungen befinden sich in Chatsworth; sie erschienen, von R. Earlom gestochen, 1777. An die vierzig Radierungen sind von ihm bekannt. Sein Werk ist überaus gut dokumentiert: Seit 1630 führte Lorrain im "Liber veritatis" (London, British Museum) genau Buch über jedes einzelne von ihm ausgeführte Gemälde - rund zweihundert Gemälde aus über fünfzig Jahren.
Werke (Auswahl)
"Landschaft mit Flucht nach Ägypten" (1647, Dresden, Gemäldegalerie); "Verstoßung der Hagar" (1668, München, Alte Pinakothek); "Hagar und Ismael in der Wüste" (München, Alte Pinakothek); "Arkadische Landschaft" (London, National Gallery); "Seehafen bei Sonnenuntergang" (Paris, Louvre); "Einschiffung der Königin von Saba" (1648, London, National Gallery).
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