China (Kunst)

    Aus WISSEN-digital.de

    Die Anfänge

    Die Anfänge reichen bis ins 3. Jh. v.Chr. zurück: die ältesten bekannten Kunstwerke bilden die jungsteinzeitliche Keramik mit ihren klaren Formen und lebendigem Dekor und die Buntkeramik der Yangshao-Kultur mit Fundorten in Honan und Kansu. Zur gleichen Kulturstufe rechnet man eine insbesondere im Norden Chinas verbreitete einfache, unbemalte Keramik (Dreifuß "Li", spitz-, kugelförmige Gefäße).

    Die Shang-Dynastie

    In der ältesten historischen Dynastie Shang (Yin) (1600 bis 1122 v.Chr.) trifft man auf die erste Blütezeit der chinesischen Kunst: bronzene Kultgefäße mit schönen, monumentalen Formen, plastischer, geometrischer Ornamentik, v.a. Tiere. Diese ausgeprägte Stadtkultur (Funde aus reichen Königsgräbern und im Stadtgebiet der alten Hauptstadt, z.B. Anyangbronzen) kannte als Hauptmotiv die Tao-t'ieh-Maske, die obere Kopfpartie eines Tierdämons.

    Die Chou-Dynastie

    Die Chou-Dynastie (1122 bis 249 v.Chr.), in deren Spätzeit die Blüte des Konfuzianismus fällt, entwickelte neue Bronzegefäßtypen mit bewegter Ornamentik unter dem Einfluss des eurasischen Stils der Steppenvölker. Gefunden wurden Tierformen wie die Ordosbronzen (Funde im Huaital, Huai-Periode). Ein Stilwandel manifestiert sich in einer neuen Tauschierungstechnik. Die gefundenen Profangegenstände belegen eine hoch entwickelte, höfische Kultur (Spiegel, Jadeschmuck, Möbelbeschläge, insbesondere große Weingefäße mit figürlichem, szenischem Dekor u.a.). Die Shang- und Chou-Keramik ist den Bronzen ähnlich, weiße Scherben aus Anyang mit Kaolin, ähnlich wie Porzellan.

    Gegen Ende der Chou-Dynastie (Chan-Kuo, "Zeit der streitenden Reiche") kommen Glasuren auf, zu dieser Zeit ist die Erfindung des so genannten Protoporzellans (Steinzeug aus Shoushouchou) anzusetzen. Glasierte Keramik aus Yüeh zählt zu den Vorläufern späterer Yüehyao-Keramik (Hanzeit).

    Die Han-Dynastie

    Der Chou-Dynastie folgte die Han-Dynastie (206 v.Chr.-220 n.Chr.) mit zentralisierter, staatlicher Macht. Für die Hanzeit sind figürliche Keramik mit Lacküberzug (aus Gräbern der Chou-Dynastie) nachgewiesen, aber insbesondere glasierte Grabbeilagen aus Ton, darunter Statuetten (Tänzerinnen, Musikanten, Krieger, Pferde), ein Höhepunkt früher chinesischer Plastik, und glatte Bronzen mit Tauschierungen (Hügelurnen, Spiegel u.a.). Weiter sind für die Hanzeit schöne Lacke nachweisbar (Funde in Tschangschu), ebenso Seidenmalerei, Lackgegenstände, Seidenstoffe aus den kaiserlichen Palastwerkstätten als Handelsware, gefunden in der Nordmongolei (Noin Ula), Korea (Lolang), darunter aus dem Grab des Wang Kuang ein nach konfuzianischer Ethik bemalter Lackkorb.

    Die Sechs Dynastien

    Es folgt die Zeit der "Sechs Dynastien" (221 bis 618); der erstmals nach China gelangte buddhistische Einfluss wirkte jetzt auf die chinesische Kunst. Man bemerkt eine Erweiterung der thematischen Palette chinesischer Skulptur, die bisher steinerne Grabplastik und monumentale Tier- und Dämonenskulpturen produzierte (in der Hanzeit). Jetzt dominieren Buddha-Skulpturen (Höhlenklöster Tunhwang, Lungmen), die technische Entwicklung der Skulptur befördernd (Vorläufer der städtisch-kosmopolitischen Figurinentechnik der T'ang-Zeit). Die Bildrollen- und Wandmalerei erlebte eine Blütezeit (z.B. Ku K'aichih, 334-406: "Ermahnung an die Hofdamen") mit malerischer Darstellung von Personengruppen, mit perspektivischer Raumgestaltung (ohne Schatten). Bereits jetzt deutet sich die für die chinesische Malerei bestimmende Pinseltechnik zur Fixierung des "Knochengerüstes" (innere Struktur) an, deren Theoretiker Hsieh Ho (um 500) sie zur obersten Regel der Malkunst erklärte. Die Hauptmasse der Denkmäler und Skulpturen und viele andere Kunstgegenstände dieser Zeitperiode sind durch die allgemeine Buddhistenverfolgung (444) zerstört worden. Die städtische Kultur der nachfolgenden Tang-Dynastie (618-907) ist die klassische Phase der chinesischen Kunst mit Bildern von Wu Tao-tzu (680 bis 760) und Li Chao Tao. Daneben galten als Maler der höfischen Gesellschaft Yen Li-pen, Chang Hsüan, Chen Hung und Han Kan. Die bedeutenden Landschaftsmaler dieser Periode, Li Szu-Hsün und Wang Wei, begründeten die beiden großen chinesischen Malerschulen: die akademische, farbenprächtige "Nordschule" (auch: Zhe-Schule) und die spontane, intuitive "Südschule" (auch: Wu-Schule), die auf die nachfolgende Sungzeit übergehen. Tuschemalerei und Lyrik (Schriftzeichen) bilden eine für die chinesische Kunst typische Synthese auf der Bildrolle. Die schon in der Hanzeit entstehende chinesische Architektur (Walmdächer) wird in der Tangzeit zu Wohn- und Tempelanlagen (in schachbrettartiger Stadtplanung) und Pagodenbauten (wenig erhalten) weiter entwickelt.

    Die Sung-Dynastie

    Es folgt die Sung-Dynastie (mit "Zeit der fünf Dynastien" und Yüan, 907-1368), deren Landschaftsmaler Li Cheng, Fan Kuan, Tung Yüan, Kuo Hsi diese Gattung der chinesischen Kunst (genannt "Shan-shui": Berg und Gewässer oder allgemein Landschaft) im 10. Jh. zum viel kopierten Höhepunkt mit einer räumlichen (Luft-)Perspektive, mit Vorder- und Hintergrund machten. Li Lung-mien, Mi Fu, Su T'ung-po aus der antiakademischen so genannten "Gesellschaft des Westgartens" (1078) schufen mit wenigen Mitteln ausdrucksstarke Werke (wie später die "Literatenmaler" der Ming-Dynastie). Im "Eineckstil" (nur eine Seite der Malfläche bemalt) beeindruckten im 12. Jh. Li Ti, Ma Yüan, Hsia Kuei. Im 13. Jh. ist Ch'ien Hsüan zu nennen. In Klöstern des Ch'an-Buddhismus (japanisch: Zen) entstand die monochrome Tuschemalerei mit großen Künstlern der Yüan-Zeit wie Liang K'ai, Mu-Ch'i und Ni Tsan (1301 bis 1374).

    Die Ming- und Ch'ing-Dynastien

    In den folgenden Ming- (1368-1644) und Ch'ing-Dynastien (1644-1911) spielte die Malerei die dominierende Rolle, allerdings im 17. Jh. auch europäische Einflüsse aufnehmend. Daneben entwickelte sich das eigentliche Porzellan (Porzellanmalerei, Höhepunkt in der Ch'ing-Dynastie). Die bisherige Traditionen fortsetzende Architektur basiert auf Holzkonstruktionen mit Steinsockel und geschwungenem Dach (oft mehrfach übereinander), mit Farbziegeln (glasiert) und tragenden Pfosten, nach buddhistischer Pagode und indischem Stupa.

    Von der Revolution 1911 bis heute

    Nach der Revolution von 1911 und nach Errichtung der Volksrepublik China (1949) werden traditionelle Formen nicht aufgegeben, jedoch zunehmend mit sozialistischen Inhalten gefüllt (in Tuschemalerei, Holzschnitt, Ölmalerei, Architektur), Laienmaler-Bewegungen (Bauernmaler aus Hu-Hsien in Shensi) entstehen, Porzellanmanufakturen produzieren weiter, historische Bauten und Anlagen werden restauriert.



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