Bronzekunst

    Aus WISSEN-digital.de

    Kunst, Geräte und Bildwerke aus Bronze im Gussverfahren oder in Treibarbeit herzustellen.

    Ausgehend vom Vorderen Orient, ist die Bronzekunst in der sich über Jahrtausende vollziehenden Ausbreitung der Bronzekenntnis bis nach Südindien, China, Europa, Mittel- und Westafrika anzutreffen. Für Amerika muss man eine eigenständige Entwicklung der Bronzekunst annehmen.

    Mitte des 3. Jt.s v.Chr. sind Bronzeplastiken in Vorderasien (Bronzemaske, vermutlich der Kopf des Königs Sargon von Akkad, zweite Hälfte des 3. Jt.s v.Chr., Bagdad, Irak-Museum) nachweisbar. Der Bronzebildguss ist dann häufiger bei den Ägyptern und Phöniziern anzutreffen. Seit Ende des 2. Jt.s v.Chr. sind in China künstlerisch wertvolle Gegenstände in Bronze vorzufinden. Über Kreta (minoische Bronzestatuetten, 2. Jt. v.Chr.) und Mykene verbreitete sich der Bronzeguss nach Norden und Westen.

    Die frühesten bronzenen Kleinplastiken Griechenlands stammen aus dem 9. Jh. v.Chr. Die Großplastiken (von Myron, Phidias, Polyklet, Lysippos u.a.) stammen aus dem 6. Jh. v.Chr.; sie wurden später eingeschmolzen, sind uns aber bekannt durch römische Marmorkopien oder noch vorhanden wie der Wagenlenker von Delphi (470-460 v.Chr.). Von ostmittelmeerischen Kulturen beeinflusst, gab es eine eigenständige Bronzekunst bei den Etruskern (Chimäre aus Arezzo, um 400 v.Chr.; Florenz, Museo Archeologico). Die Römer brachten viele Statuen und Büsten aus Bronze hervor; in der Römischen Kaiserzeit große Reiterdenkmäler (Reiterstandbild des Mark Aurel, um 170, Rom).

    Zu neuer Blüte gelangte die Bronzekunst im Mittelalter, beginnend mit Karl dem Großen in Aachen (Reiterstatuette, Louvre; Türflügel, Brüstungsgitter des Aachener Münsters). Im 11. Jh. wurde Hildesheim zum Mittelpunkt des deutschen Bronzebildgusses (Bernwardstür, Bernwardssäule in Hildesheim; Kruzifix in der Abteikirche von Werden), im 12. Jh. Lüttich und Magdeburg (Grabmäler der Magdeburger Erzbischöfe; Türen der Sophienkirche in Nowgorod; Türen des Domes von Gnesen; Taufbecken in Lüttich von Reiner von Huy).

    Weitere Zentren lagen in Byzanz und Italien. In der italienischen Frührenaissance führten Künstler wie Ghiberti, Donatello, Verrocchio u.a. die Bronzekunst zu großer Bedeutung (A. Pisano, eine Tür des Baptisteriums in Florenz, erste Hälfte des 14. Jh.s).

    Um die Bronzekleinplastik machten sich A. Riccio, Giovanni da Bologna, A. Vittoria, P. Tacca u.a. in Italien und P. Vischer der Jüngere, P. Labenwolf, L. Hering u.a. in Deutschland verdient. Das Frühbarock demonstrierte Bronzekunst besonders in Gestalt großfiguriger Brunnen in Süddeutschland, vornehmlich in Augsburg von den Niederländern Adrian de Vries und Hubert Gerhard nach dem Vorbild Giovanni da Bolognas geschaffen. In Deutschland gewann A. Schlüter v.a. mit dem Reiterdenkmal des großen Kurfürsten in Berlin Bedeutung, G. Schweigger in Nürnberg. G. Schadow und Ch. Rauch waren bedeutende Bronzebildhauer des Klassizismus. Bronze blieb neben Stein das wichtigste bildhauerische Material bis in die heutige Zeit.

    Bronzekünstler des 20. Jh.s sind unter anderem A. Rodin, A. Maillol, E. Barlach, H. Moore, G. Manzù, M. Martini, A. Giacometti.

    Siehe auch: Bronzeguss



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