Boxen

    Aus WISSEN-digital.de

    Einleitung

    Faustkampf mit gepolsterten, ledernen Boxhandschuhen unter Aufsicht eines Ringrichters. In höchstens zwölf Runden (Profisport) beziehungsweise drei Runden (Amateursport) wird nach Punkten oder per K.-o.-Schlag der Sieger ermittelt; eine Runde dauert drei Minuten.

    Regeln in Kürze

    Boxring

    Gekämpft wird in von zwei Seilen begrenzten quadratischen "Ringen", von 4,90 m bis 6,10 m Seitenlänge, mit gepolsterten Ecken und elastischem Bodenbelag. Zwei gegenüberliegende Ecken (blau und rot) werden den Kämpfern zugeordnet, die beiden anderen nennt man "neutral".

    Treffer

    Gültig sind Treffer dann, wenn sie mit der geballten Faust von vorn oder seitlich auf den Kopf beziehungsweise den Körper oberhalb des Gürtels erzielt wurden. Für gültige Treffer werden Punkte vergeben, bei Gleichwertigkeit erhält der technisch bessere Boxer die maximale Punktewertung, der schwächere eine entsprechend geringere Anzahl von Punkten.

    Ringrichter

    Der Ringrichter leitet und überwacht den Kampf. Er kann ihn beenden, wenn einer der Boxer nicht mehr in der Lage zu sein scheint weiterzuboxen. Hiermit sollen schwere Verletzungen oder gar Todesfälle verhindert werden. Kann ein Boxer nach dem Gong zur nächsten Runde den Kampf nicht wieder aufnehmen, liegt ein technisches K. o. vor.

    Amateursport

    Die Ausrüstung besteht aus gepolsterten Boxhandschuhen, die acht Unzen (bis Weltergewicht) und zehn Unzen (ab Halbmittelgewicht) schwer sein dürfen. Die Kämpfer müssen Schutzvorrichtungen (Kopf, Zähne und Unterleib) tragen. Die erlaubte Schlagfläche der Handschuhe ist weiß eingefärbt.

    Die Kampfzeit beträgt drei Mal drei Minuten (effektiv), mit zwei Pausen zu je einer Minute. Ein Ringrichter leitet den Kampf, fünf Punktrichter bewerten ihn nach einem festgelegten Punktsystem, möglich sind bis zu 20 Punkte pro Runde. Heute wird mit einer Punktmaschine öffentlich gewertet, in die die Punktrichter ihre Bewertungen einspeisen. Falsche Wertungen sind dadurch aber immer noch nicht ausgeschlossen. Der Gesamtcomputer soll dem vorbeugen, indem er zum Endergebnis nur jene Punkte heranzieht, die von mindestens drei Punktrichtern innerhalb einer Sekunde eingegeben wurden.

    Profisport

    Die Ausrüstung besteht aus gepolsterten Handschuhen, die kleiner und leichter sind als diejenigen der Amateurboxer, nämlich 170 bis 227 g. Die Profis boxen mit nacktem Oberkörper und ohne Kopfschutz.

    Gekämpft wird maximal über zwölf Runden, ebenso wie bei den Amateuren übernimmt ein Ringrichter die Leitung, jedoch gibt es nur drei Punkterichter. Endet ein Kampf nicht mit einem K. o., gewinnt der Boxer, dem mehr Punkte zugesprochen wurde, bis zu zehn je Runde. Dieses System ist immer wieder Ursache umstrittener Entscheidungen.

    Gewichtsklassen

    Im Profisport existieren bei den Männern 18 Gewichtsklassen:

    Minifliegengewicht (bis 47,627 kg), Halbfliegengewicht (bis 48,988 kg), Fliegengewicht (bis 50,802 kg), Super-Fliegengewicht (bis 52,163 kg), Bantamgewicht (bis 53,525 kg), Super-Bantamgewicht (bis 55,225 kg), Federgewicht (bis 57,153 kg), Super-Federgewicht (bis 58,967 kg), Leichtgewicht (bis 61,235 kg), Halb-Weltergewicht (bis 63,503 kg), Weltergewicht (bis 66,678 kg), Halb-Mittelgewicht (bis 69,85 kg), Mittelgewicht (bis 72,574 kg), Super-Mittelgewicht (bis 76,203 kg), Halbschwergewicht (bis 79,378 kg), Leichtschwergewicht (bis 90,719 kg), Super-Leichtschwergewicht (bis 95,254 kg), Schwergewicht (ohne Limit)

    Im Frauenprofisport werden in nur 14 Gewichtsklassen Kämpfe ausgetragen und bei den Amateuren gibt es derzeit nur zwölf Gewichtsklassen (die Olympischen Spiele 2004 in Athen wurden in nur elf Klassen ausgetragen).

    Die wichtigsten Verbände im Profisport

    Im Profiboxsport existieren verschiedene Verbände (WBA: World Boxing Association, WBC: World Boxing Council, IBF: International Boxing Federation und WBO: World Boxing Organization); sie alle sind berechtigt, Weltmeisterschaftskämpfe in den verschiedenen Klassen auszutragen. Die Entwicklung des Profiboxens führte zur Herausbildung von heute 17 Gewichtsklassen. Berühmtheit erlangen vor allem die Schwergewichtsweltmeister, unter ihnen große Namen wie Max Schmeling, Muhammed Ali, Joe Frazier oder Mike Tyson.

    Geschichte

    Der Faustkampf ist eine der ältesten Sportarten, gehörte auch zu den kultischen Handlungen. Der Dichter Homer (etwa um 800 v.Chr.) beschreibt in seiner Ilias Boxkämpfe, die zu Ehren der vor Troja Gefallenen ausgetragen wurden. Bei den Olympischen Spielen der Antike traten Boxer erstmals im Jahr 688 v.Chr. auf. Die Hände waren mit Riemen aus Ochsenhaut umwickelt, es gab keine Gewichtsklassen, und der Kampf endete nach Aufgabe oder Kampfunfähigkeit. Weil die Sportart aber immer mehr entartete (Gladiatoren, Bandagen mit Bleistücken und krallenartigen Haken, Sklavenkämpfe), verbot der römische Kaiser Theodosius I. (379-395) alle Kämpfe dieser Art.

    Zum modernen Kampfsport, vor allem professionell, wurde das Boxen in den USA, wo WM-Kämpfe noch bis 1891 mit bloßen Händen ausgetragen wurden. In Deutschland kam der Durchbruch des Boxsports Anfang unseres Jahrhunderts, bis 1908 waren öffentliche Kämpfe verboten. Der Internationale Boxverband (AIBA) für Amateure entstand 1946, ihm gehören 158 Landesverbände an.

    In das moderne olympische Programm wurde Boxen erstmals 1904 in St. Louis aufgenommen, 1912 musste der Boxsport pausieren, er ist jedoch seit 1920 konstanter Bestandteil des Programms. Im Laufe der Zeit wuchsen die Teilnehmerzahlen so enorm an, dass sie heute durch ein detailliertes System verschiedener Gewichtsklassen (siehe oben) begrenzt werden müssen.



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