Bookbuilding

    Aus WISSEN-digital.de

    Allgemeines

    Verfahren zur Ermittlung des Emissionspreises von Neuemissionen, das die Angebots- und Nachfragesituation des Wertes berücksichtigt. Investoren haben hierbei die Möglichkeit, ihre Zeichnungen innerhalb einer vorgegebenen Preisspanne abzugeben.

    Es ist das häufigste Emissionsverfahren und kommt bei fast allen Börsengängen von Aktiengesellschaften zum Einsatz. Im Unterschied zum Festpreisverfahren werden die Zeichnungswilligen beim Bookbuilding-Verfahren in die Preisfindung der auszugebenden Aktien mit einbezogen. Emittent und Bankenkonsortium legen nicht mehr einen festen Preis für die zu emittierenden Aktien fest, sondern veranschlagen eine faire Range, die Bookbuilding-Spanne. Diese Preisspanne orientiert sich sowohl am Wert des Unternehmens, als auch an der potenziellen Nachfrage der interessierten Investoren.

    Bei Abgabe eines Zeichungsauftrages sind demnach gewünschte Stückzahl und eine Preisvorstellung innerhalb der vorgegebenen Spanne abzugeben. Entsprechend der dem Bankenkonsortium vorliegenden Gebote wird nach Abschluss der Zeichnungsfrist der Emissionspreis innerhalb der Range festgelegt. Der Emissionspreis ist ein Einheitskurs, d.h. unabhängig davon, ob einige Anleger zu höheren Kursen limitiert haben, werden alle Aktien zum gleichen Kurs ausgegeben.

    Zeichnungswillige, die nicht ausreichend limitiert haben, d.h. der Emissionspreis der neuen Aktien liegt über deren Zeichnungslimit, gehen leer aus. Dies kann verhindert werden, indem "billigst"-Orders aufgegeben werden. Damit erklären sich die Zeichner bereit, jeden Emissionspreis innerhalb der Bookbuilding-Spanne zu akzeptieren. Bei Erfolg versprechenden Emissionen ist dies der Regelfall. Durch Begrenzung der Bookbuilding-Spanne nach oben können alle Zeichner bereits bei Orderaufgabe mit der maximalen Belastung (gezeichnete Stückzahl x Oberes Ende der Bookbuilding-Spanne + Bankgebühren) kalkulieren.

    Das Dynamische Bookbuilding-Verfahren

    Trotz der Einbeziehung der Zeichner in die Preisfindung klafft bei Erfolg versprechenden Neuemissionen oft zwischen dem Emissionspreis und dem ersten börsengehandelten Kurs der Aktie eine große Lücke. Das ärgert neben den bei der Zeichnung nicht berücksichtigten Anlegern vor allem die Unternehmen selbst. Denn ein höherer Ausgabepreis der eigenen Aktien hätte entsprechend mehr Geld in die Kassen des Unternehmens gespült, welches die Emittenten dringend zur Finanzierung ihres Wachstums benötigen.

    Deshalb setzen die Banken vereinzelt Alternativen zum klassischen Bookbuilding-Verfahren ein, indem sie sich zusammen mit dem Emittenten die Möglichkeit offen halten, während der Zeichnungsfrist bei entsprechend starker Nachfrage die Bookbuilding-Spanne nach oben anzupassen. Dies geschieht in der Regel in vorher publiziertem Maße, so dass sich jeder potenzielle Investor darauf vorbereiten kann. Hier gilt es gesondert zu prüfen, ob die Aktien unbedingt zu jedem Preis gezeichnet werden sollen. Eine Limitierung des Zeichnungsauftrages ist hier durchaus sinnvoll oder teilweise sogar von Nöten.



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