Blindschlangen

Aus WISSEN-digital.de

(Typhlopidae)

Diese Familie ursprünglicher Schlangen ist in Australien, ganz Afrika, so wie in den warm-gemäßigten und tropischen Teilen Asiens, Japans, in Südosteuropa und auf Madagaskar verbreitet. Blindschlangen führen häufig eine unterirdische Lebensweise, an die sie in ihren körperlichen Merkmalen jeweils optimal angepasst sind.

Blindschlangen erreichen Körperlängen zwischen 10 und 70 Zentimetern und erinnern in ihrem schlanken Körperbau an Regenwürmer. Sie weisen von vorne bis hinten den gleichen Durchmesser auf; der Kopf ist stumpf und nicht vom Rest des Körpers abgesetzt. Die kleinen Augen sind unter Hornschildern verborgen und dienen womöglich nur zur Helligkeitswahrnehmung. Die Schuppen der Blindschlangen sind klein und kaum differenziert. Auch fehlen ihnen vergrößerte Bauchschienen, wie sie die meisten anderen Schlangenarten aufweisen. Anatomisch lassen sich am Skelett von Blindschlangen noch Reste eines Beckenknochens nachweisen. Außerdem unterscheiden sie sich durch ihre ungewöhnliche Kieferstellung von anderen Schlangenarten.

Blindschlangen ernähren sich vor allem von bodenbewohnenden Insekten wie etwa Ameisen und Termiten oder auch von Würmern und Schnecken.

Die meisten Blindschlangenarten sind eierlegend, nur einige Arten pflanzen sich ovovivipar fort, das heißt die Jungtiere schlüpfen bereits im Mutterleib aus den Eiern und werden lebendig geboren. Man geht davon aus, dass sich einige Arten sogar parthogenetisch (durch Jungfernzeugung) fortpflanzen, da von ihnen bisher nur weibliche Exemplare gesichtet wurden.

Blindschlangen führen ein verborgenes Dasein und halten sich bevorzugt unter Steinen, Geröll und Felsplatten auf. Die einzige in Europa vorkommende Art ist das Blödauge (Typhlops vermicularius).

Systematik

Familie aus der Zwischenordnung der Blindschlangenartigen (Scolecophidia) in der Unterordnung der Schlangen (Serpentes).


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