Bertrand Arthur William Russell

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    englischer Philosoph und Mathematiker; * 18. Mai 1872 in Trelleck, † 2. Februar 1970 in Plas Penrhyn

    Früher philosophischer Ruhm

    Bertrand Russel; Karikatur von J. Searle

    1890 trat Russell ins Trinity-College in Cambridge ein; 1895 wurde er auf Grund seiner Leistungen in Philosophie zum Mitglied des College gewählt. Aber er selbst hatte damals Cambridge bereits verlassen und war zeitweilig Attaché an der Britischen Botschaft in Paris. Danach studierte er in Berlin Sozialwissenschaften; darüber schrieb er 1896 ein Buch. Dann aber entfachte der Italiener Peano sein mathematisches Interesse. Von 1903 bis 1910 schrieb Russell mit Alfred Whitehead sein erstes wichtiges Werk "Principia Mathematica" ("Die Prinzipien der Mathematik") und entwickelte die mathematische Logik Peanos und Freges mit bestechender Präzision weiter.


    Pazifistische Haltung im 1. Weltkrieg

    1910 wurde er Dozent am Trinity College. Nach dem Ersten Weltkrieg schloss er sich der Bewegung für Kriegsdienstverweigerung an und wurde einer der Vorkämpfer der internationalen Friedensbewegung; 1916 entfernte man ihn deshalb aus seinem Lehramt. Er sollte einen Posten an der Harvard Universität bekommen, aber die USA verweigerten ihm die Einreise. Die britischen Militärbehörden verhinderten die Veröffentlichung einer 1918 in den USA unter dem Titel "Political Ideals" erschienenen Schrift Russells. Im selben Jahr erhielt er wiederum eine Gefängnisstrafe wegen eines pazifistischen Artikels im "Tribunal". Seine "Einführung in die mathematische Philosophie" schrieb er im Gefängnis. Das nächste größere Werk war "Analysis of Mind" (sinngemäß: Analyse der Persönlichkeit), dem seine Londoner Vorlesungen zugrunde lagen. Freunde hatten Geld gesammelt, um die Veröffentlichung zu ermöglichen.

    Die späteren Lebensjahre (1920 bis 1970)

    1920 war er für kurze Zeit in Russland, um die dortigen Verhältnisse in Augenschein zu nehmen. Dann hielt er in Peking philosophische Vorlesungen. Mit seiner zweiten Frau leitete Russell in England von 1927 bis 1932 eine Schule. Seit 1938 hielt er auch in den USA Vorlesungen. 1940 verweigerte man ihm dort seiner Moralphilosophie wegen das Recht zu philosophischen Vorlesungen am College der Stadt New York. Er übernahm stattdessen eine Lehrstelle an der Barnes Foundation of Merion, Pennsylvania, wurde aber auch dort wieder entlassen (1943). 1908 war er bereits Mitglied der Britischen Royal Society, deren Medaille er 1934 erhielt. 1950 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Den Nobelpreis erhielt er für sein philosophisches Werk sowie für sein gesellschaftliches Engagement.

    Philosophiegeschichtliche Bedeutung

    Eines seiner philosophischen Hauptwerke, "Logical Atomism", behandelt die zeitgenössische britische Philosophie. Eine große Zahl seiner Bücher ist mathematischen und physikalischen Fragen gewidmet (unter anderem "Das Abc der Relativitätstheorie", 1925), mehrere gelten pädagogischen, moralischen, psychologischen, historischen Fragen und dem Weltfrieden.

    Russell versuchte in seinen Werken, das Weltbild der Erfahrung mit dem der Physik in Einklang zu bringen. Seine gegen den Hegelianismus gerichtete Erkenntnistheorie entwickelt sich aus einer realistischen Position zu einem logischen Atomismus. Erkenntnis und Wahrheit hängen nach Russell von Erfahrungswerten ab, die auf Naturwissenschaft und Mathematik basieren.

    Werke (Auswahl)

    "Our Knowledge of the External World" (1926), "The ABC of Relativity" (1925, "Das ABC der Relativitätstheorie"), "Education and the Social Order" (1932), "A History of Western Philosophy" (1945, "Philosophie des Abendlandes"), "The Impact of Science upon Society" (1952), "My Philosophical Development" (1959 "Philosophie. Die Entwicklung meines Denkens"), "War Crimes in Vietnam" (1967), "The Autobiography of Bertrand Russell" ("Die Autobiografie des Bertrand Russel", 3 Bände, 1967-69).



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