Belize

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    Geografie

    Das kleine Land Belize liegt in Mittelamerika auf der Halbinsel Yucatán. Im Osten grenzt das Land an das Karibische Meer, im Süden und Westen an Guatemala und im Norden an Mexiko. Mit einer Fläche von rund 22 965 km² ist Belize etwa halb so groß wie die Schweiz und nach El Salvador das zweitkleinste Land auf dem amerikanischen Festland. Zum Staatsgebiet gehören weiter rund 170 kleinere Koralleninseln (Cays) und drei Atolle (Turneffe Islands, Lighthouse Reef, Glovers Reef) vor der Küste im Karibischen Meer.

    Der Süden Belizes ist durch die Maya Mountains geprägt, die Ausläufer des zentralamerikanischen Grundgebirges darstellen. Hier findet sich die höchste Erhebung des Landes, der Victoria Peak mit 1 122 m. Im Nordwesten findet sich grünes Flachland, das zur großen Kalksteintafel der Halbinsel Yucatán gehört und das maximal 100 m über dem Meeresspiegel liegt. Am Karibischen Meer zieht sich das bis zu 75 km breite Küstentiefland entlang, das durch zahlreiche Flüsse, Sümpfe und Lagunen gekennzeichnet ist. Die vor der Küste liegenden Koralleninseln, die so genannten Cays, gehören zu einem rund 290 km langen Barriereriff, das nach dem australischen Great Barrier Reef das zweitgrößte Korallenriff der Welt ist.

    Bis 1970 war Belize City an der Küste des Karibischen Meeres die Hauptstadt des Landes, da die Stadt aber wiederholt von schweren Wirbelstürmen verwüstet wurde, wurde Belmopan im Landesinneren die neue Hauptstadt Belizes.

    Klima

    In Belize herrscht tropisches Klima. Die Temperaturen sind das ganze Jahr über hoch, in Belize City werden im Januar Durchschnittswerte von 25 °C, im Juli von 27 °C gemessen. Im Bergland liegen die Temperaturen etwas niedriger. Die Regenzeit dauert im Norden von Juni bis Dezember, im Süden von Mai bis Januar, wobei die Niederschlagsmenge von Norden in Richtung Süden abnimmt. In Belize City werden durchschnittlich 2 050 mm jährlich gemessen, in den Bergen können bis zu 4 500 mm fallen. Zwischen Juni und November treten vor allem an der Küste Wirbelstürme auf (die ehemalige Hauptstadt Belize City wurde 1931 und 1961 durch Hurrikane annähernd zerstört).

    Flora und Fauna

    Fast die Hälfte der Landesfläche von Belize ist mit Wäldern bedeckt. Im Süden findet sich überwiegend immergrüner tropischer Regenwald, während im Norden unter anderem Palmen, Pechkiefern, Pinien, Zedern, Sapotil- und Mahagonibäume wachsen. Im Küstentiefland dominieren Mangroven und Sumpflandschaft.

    Die Wälder bieten einer Vielzahl von Tierarten einen geeigneten Lebensraum. Weit verbreitet sind Jaguare (in Belize wurde 1986 das weltweit erste Jaguar-Schutzgebiet geschaffen), Pumas, Ozelots, Tapire, Gürteltiere und Manatis (Seekühe). Die Reptilien- und die Vogelwelt ist sehr artenreich, ebenso wie die Unterwasserwelt an den Korallenriffen vor der Küste. Vermutlich auf Grund der starken Meereserwärmung, die durch das Klimaphänomen "El Niño" hervorgerufen wird, ist ein großer Teil der Korallenriffen heute abgestorben.

    Bevölkerung

    Insgesamt leben 278 000 Menschen in Belize; mit durchschnittlich zwölf Einwohnern pro Quadratkilometern ist das Land sehr dünn besiedelt. Es herrscht eine große ethnische Vielfalt: Die Mestizen machen rund 45 % der Bevölkerung aus, die Kreolen 30 %, Indianer (Mayas) haben einen Anteil von knapp 10 %. Etwa 5 % der Gesamtbevölkerung sind schwarze Kariben, auch Garifuna genannt: Es handelt sich hierbei um ein junges Volk, das in der Mitte des 17. Jh.s auf der Insel St. Vincent entstand, als sich afrikanische Sklaven mit ansässigen Indianern vermischten. Ein Teil dieses Volkes lebt heute in Belize. Weitere 10 % der Gesamtbevölkerung werden von Asiaten, Arabern und Europäern (unter anderem ca. 4 000 deutschsprachige Mennoniten) gebildet. Die offizielle Landessprache ist Englisch, von rund der Hälfte der Bevölkerung wird Spanisch, regional auch Maya gesprochen.

    Über 90 % der Menschen gehören dem christlichen Glauben an (davon zwei Drittel katholisch), eine bedeutende religiöse Minderheit sind mit je rund 4 % die Mennoniten und die Methodisten. Jeder zweite Einwohner Belizes lebt in einer Stadt, die größte ist die ehemalige Hauptstadt Belize City an der Karibikküste mit 59 500 Einwohnern. Die Hauptstadt Belmopan hat rund 12 500 Einwohner.

    Das Bevölkerungswachstum wird mit 2,3 % angegeben und ist damit hoch. Für Kinder zwischen sechs und 14 Jahren besteht Schulpflicht, die Alphabetisierung beträgt etwa 94 %. Der Schulbesuch ist kostenlos. In den 1980er Jahren wurde ein Sozialversicherungssystem eingeführt, die medizinische Versorgung ist kostenlos, aber nicht flächendeckend. Die Lebenserwartung liegt für Frauen bei 71, für Männer bei 65 Jahren.

    Politisches System

    Belize ist eine Parlamentarische Monarchie im britischen Commonwealth. Staatsoberhaupt ist die britische Monarchin (seit 1952 Königin Elisabeth II.), die im Land durch einen Generalgouverneur vertreten wird (seit 1993 Sir Colville Young). Chef der Regierung ist der Premierminister, normalerweise der Vertreter der stärksten politischen Partei (seit Februar 2008 Dean Barrow, UDP). Die Legislative liegt beim Parlament, das aus zwei Kammern besteht: dem Senat mit 13 vom Gouverneur ernannten Mitgliedern und dem Abgeordnetenhaus mit 29 für fünf Jahre direkt vom Volk gewählten Mitgliedern.

    In Belize gibt es zwei relevante Parteien, die People's United Party (PUP) und die United Democratic Party (UDP). Die Rechtsprechung orientiert sich am britischen Recht.

    Das Staatsterritorium ist in sechs Distrikte untergliedert.

    Wirtschaft

    Der bedeutendste Wirtschaftszweig in Belize ist mittlerweile der Tourismus. Sowohl historische Stätten als auch die Tauchreviere vor der Küste erweisen sich als Anziehungspunkte für knapp 400 000 ausländische Gäste vor allem aus den USA und Mexiko, die an die 85 Millionen US-Dollar im Land lassen. Gefolgt wird der Fremdenverkehr von der Landwirtschaft bzw. der Fischerei (v a. Krusten- und Schalentiere). Angebaut werden Zitrusfrüchte, Zuckerrohr, Kakao und Bananen. Die Ernten werden auch exportiert; sie tragen rund 18 % zum Bruttoinlandsprodukt bei. Für den Eigenbedarf der Bevölkerung werden Mais, Reis, Bohnen, Tomaten und Maniok kultiviert, es müssen zusätzlich Lebensmittel importiert werden. Die großen Wälder (knapp die Hälfte der Landesfläche ist bewaldet) liefern Edelhölzer (vor allem Mahagoni), Kautschuk und Chicle (als Grundstoff für die Herstellung von Kaugummi). Die Viehwirtschaft spielt nur eine untergeordnete Rolle.

    Durch den Rückgang der Weltmarktpreise für Zucker in den 90er Jahren erlitt die Wirtschaft schwere Einbußen. Rund 33 % der Bevölkerung von Belize leben unterhalb der Armutsgrenze. Das geschätzte Pro-Kopf-Einkommen liegt bei 8 400 USD (2006). Die Arbeitslosenrate wird mit 11 % (2005), die Wirtschaftswachstumsrate mit 3,5 % (2006) angegeben.

    Die Industrie, die nur ca. 15 % des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet, ist vor allem auf die Verarbeitung von Nahrungsmitteln ausgerichtet. Ein weiterer wichtiger Sektor ist die Textilindustrie.

    Die Haupthandelspartner beim Export sind die USA mit 37 % und Großbritannien mit 28,5 %. Beim Import (Maschinen, Nahrungsmittel, Brennstoffe, chemische und pharmazeutische Produkte) liegen die USA mit 33 % an der Spitze, gefolgt von Mexiko mit 14 %.

    Die Infrastruktur in Belize ist nur mäßig ausgebaut. Rund 2 900 km Straße sehr unterschiedlicher Qualität stehen zur Verfügung, davon nur 500 km asphaltiert. In Belize City gibt es einen Flughafen und einen wichtigen Seehafen.

    Die Währung von Belize (Belize Dollar) ist fest an den US-amerikanischen Dollar gebunden.


    Belize

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    Belize
    Amtssprache Englisch
    Hauptstadt Belmopan
    Staatsform Parlamentarische Monarchie im Commonwealth
    Fläche 22.965 km²
    Einwohner 300.000
    Währung Belize Dollar
    Zeitzone UTC -6
    KFZ-Kennzeichen BZ
    Internet-TLD .bz
    Telefonvorwahl 00501


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    1927 Aufführung des ersten Tonfilms "The Jazz Singer" mit Al Jolson.