Beduinen

    Aus WISSEN-digital.de

    (arabisch "Wüstenbewohner")

    nomadenhaft lebende Araber. Die Beduinen ziehen mit ihren Kamel-, Pferde- und Schafherden auf der Suche nach Weidegründen durch die Wüsten und Steppen Nordafrikas, Arabiens und des Nahen und Mittleren Ostens. Die Beduinen sind in Stämmen organisiert und bestimmen sich über die jeweilige Stammeszugehörigkeit. Die Stämme werden von einem Scheich angeführt, dessen Macht aber normalerweise nicht allzu groß ist. Die Mitglieder des Stammes haben auch bei wichtigen Angelegenheiten ein Mitspracherecht. Die Beduinen sind in Großfamilien organisiert, die ausschließlich patrilinear bestimmt werden. Die Kenntnis der eigenen Genealogie spielt bei ihnen eine wichtige Rolle. Sie sind überwiegend Anhänger des Islam. Gastfreundschaft ist wesentlicher Bestandteil ihres Selbstverständnisses. Sie ist ebenso wie die Blutrache Teil eines überlieferten Gewohnheitsrechtes, das nur teilweise mit der Scharia übereinstimmt.

    Die Beduinen spielten auf Grund ihrer Wanderungen eine nicht unbeträchtliche Rolle für den Handel in der arabischen Welt. Sie erhoben auch Schutzzölle für die Handelskarawanen. Teilweise unternahmen sie auch Raubzüge. Heute ist die traditionelle Lebensweise der Beduinen nur noch in Resten erhalten. Die meisten Beduinen sind sesshaft geworden und betreiben Landwirtschaft. Mit den Herden wandern sie nur noch einige Monate im Jahr, und dann oft auch nur ein Teil der Familie. Die traditionellen Zelte, die der nomadischen Lebensweise entsprachen, sind größtenteils durch feste Häuser ersetzt worden.



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