Balkanhalbinsel

    Aus WISSEN-digital.de

    auch: Balkan;

    Geografie

    Felsige Küstenlandschaft bei Dubrovnik

    Die Balkanhalbinsel ist neben der Iberischen Halbinsel mit Spanien und Portugal sowie der Apenninenhalbinsel in Italien eine der drei großen südeuropäischen Halbinseln - und zwar die östlichste. Sie ist im Westen vom Adriatischen und Ionischen Meer, im Osten vom Ägäischen und Schwarzen Meer umgeben.

    Höchste Erhebung: Mussala (2 925 m); Klima: im Inneren kontinental, an den Küsten mediterran; dementsprechende Vegetation.

    Politische Gliederung

    Das Weiße Haus in Bukarest

    Der Balkan ist politisch gegliedert in Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, den Kosovo, Kroatien, Makedonien, Montenegro, Serbien, Slowenien, den Südwesten Rumäniens, den europäischen Teil der Türkei und den zum Festland gehörigen Teil Griechenlands.

    Geschichte

    Predjamski Grad, Slowenien

    Im Neolithikum wirkten sich im Raum des Balkans vor allem die Lausitzer und die Urnenfelderkultur aus, deren Ausstrahlungen bis in die Ägäis reichten. Die indogermanische Kultur prägte die Kultur des frühen Griechenlands. Über die Balkanhalbinsel führte im 3. Jh. der Weg der Kelten. Der Balkan war infolge seiner gebirgigen Struktur seit je für eine politische Zusammenfassung wenig geeignet. Die ersten Versuche einer politischen Gestaltung erfolgten durch Alexander den Großen und durch die Römer. Die Römer nahmen eine Einteilung in Provinzen vor: Illyrien, unterteilt in Dalmatien, Pannonien (etwa Ungarn) und Mösien (Nordbulgarien); Thrakien, Dakien (etwa Rumänien); Makedonien, Epirus (etwa Albanien) und Achaia (Griechenland).

    Im Mittelalter kämpften Byzanz, Serben und Bulgaren und von der Küste aus Venedig um die Vormacht. Im 14./15. Jh. machten sich die Türken zu Herren des ganzen Balkans, seit ihrer Niederlage vor Wien mussten sie im Nordwesten vor Österreich zurückweichen. Von Nordosten drang seit 1768 Russland vor.

    Im 19. Jh. wurde der Balkan durch den inneren und äußeren Verfall des Osmanischen Reiches, die nationalen Unabhängigkeitsbewegungen der Balkan-Völker, die Interessenkonflikte der Großmächte und auch durch die religiösen Gegensätze (römisch-katholische Kirche vs. griechisch-orthodoxe Kirche; Christen vs. Mohammedaner) zum politischen Wetterwinkel ("Pulverfass") Europas. Nach dem russisch-türkischen Krieg folgte auf dem Berliner Kongress (1878) eine Neuordnung der Verhältnisse. Besonders verderblich wirkten sich die österreichisch-russische Rivalität, die Gegnerschaft zwischen Österreich und Serbien und der Streit um Makedonien aus. Die Türkei wurde bis 1913 trotz des Widerstandes und die Reformen der Jungtürken fast völlig vom Balkan verdrängt. 1914 entzündete sich der Erste Weltkrieg auf dem Balkan (Attentat von Sarajevo).

    Im Zweiten Weltkrieg versuchte Churchill, die "Zweite Front" auf dem Balkan zu errichten, um von da aus Verbindung mit Sowjetrussland zu finden und die deutsche Ostfront aufzurollen, drang aber nicht durch; so kam der größere Teil des Balkans in die Machtsphäre der Sowjetunion, der sich jedoch später das kommunistische Jugoslawien, Albanien und Griechenland entzogen. Der griechische Bürgerkrieg gab den Anstoß zur Truman-Doktrin (1947).

    Geschichte ab 1947 siehe unter Geschichte der Einzelstaaten:

    Albanien, Geschichte

    Bosnien-Herzegowina, Geschichte

    Bulgarien, Geschichte

    Kroatien, Geschichte

    Makedonien, Geschichte

    Montenegro, Geschichte

    Serbien, Geschichte

    Slowenien, Geschichte

    Rumänien, Geschichte

    Türkei, Geschichte

    Griechenland, Geschichte



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