Bahnradsport

Aus WISSEN-digital.de

Einleitung

Sacchi in Helsinki 1952

Es handelt sich um eine Disziplin des Radsports für Männer und Frauen auf einer speziellen Bahn mit verschiedenen Längen, mit verschiedener Struktur (z.B. Holz, Zement) und mit überhöhten Kurven. Die Wettkämpfe werden in einem Stadion ausgetragen, die Rennbahn wird als Velodrom bezeichnet.

Große Popularität genießen die so genannten Sechstagerennen, die bereits Anfang des 20. Jahrhunderts ein Zuschauermagnet waren. Das Münchener Sechstagerennen zählt heute zu den Großereignissen im Radsport.

Regeln in Kürze

Wettkämpfe finden sowohl für Rad-Amateure als auch für Profis statt. Am bedeutendsten sind dabei die Weltmeisterschaften und die Wettkämpfe bei den Olympischen Spielen. Olympisch sind Sprintrennen, Verfolgungsrennen, Punktefahren, Zeitfahren und seit 2000 auch Keirin, außerdem werden Weltmeistertitel im Stehen (Amateure und Profis) vergeben.

Sprintrennen

Rennen zwischen zwei oder drei Fahrern, wobei nur die letzten 200 m gestoppt werden. Auf den zuvor absolvierten Bahnen werden Positionskämpfe ausgetragen.

Verfolgungsrennen

Zwei Fahrer starten an den gegenüber liegenden Geraden der Bahn. Ziel ist es, den gegnerischen Fahrer einzuholen; gelingt dies keinem der Gestarteten, so gewinnt derjenige Fahrer mit der besten Zeit.

Mannschaftsverfolgung

Eine Mannschaft besteht aus vier Fahrern. Nur die besten drei gehen in die Wertung ein; ansonsten gelten dieselben Regeln wie bei den Einzel-Verfolgungsrennen.

Punktefahren

Ziel ist es, möglichst viele Punkte einzufahren, die für eine oder mehrere Runden vergeben werden. Der Fahrer mit den meisten Punkten ist Sieger.

Zeitfahren

Ziel ist es, eine festgesetzte Strecke in möglichst kurzer Zeit zu bewältigen, wobei gegen die Uhr und nicht gegen einen direkten Konkurrenten gefahren wird. Es wird in Abständen von einer Minute gestartet.

Keirin

Relativ junge Disziplin im Bahnradsport, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Japan entstand. Auf einer Strecke von 2 000 m fahren maximal neun Fahrer während der ersten drei bis vier Runden hinter einem Schrittmacher (Derny) her und tragen Positionskämpfe aus, bevor der Endspurt erfolgt. Im Gegensatz zum Sprint ist Körpereinsatz erlaubt, solange die Hände am Lenker bleiben.

Geschichte

Der Bahnradsport blickt auf eine lange Tradition zurück, bereits für das 19. Jahrhundert sind erste Bahnradrennen überliefert. Ihren Höhepunkt finden die Wettkämpfe bei den olympischen Sommerspielen. Sein olympisches Debüt gab der Radsport mit sechs Wettbewerben auf Bahn schon in Athen 1896 und gehört damit, wie auch die Straßenrennen, zu den wenigen Sportarten, die von Beginn der modernen Spiele an immer Bestandteil des Programms waren. Der Frauen-Radsport wurde in Los Angeles 1984 mit dem Einzel-Straßenrennen olympisch.


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