Asien

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    mit 44,3 Millionen km² Fläche der größte Kontinent der Erde.

    Asien war die Wiege der ersten Hochkulturen der Menschheit (Sumerer, Assyrer, Babylonier, Chinesen) mit einer viele Jahrtausende zurückreichenden vielfältigen Geschichte. Auch alle Weltreligionen vom Christentum bis zum Buddhismus haben ihren Ursprung in Asien.

    Geografische Daten

    Weil Asien mit Europa eine zusammenhängende Landmasse bildet, werden die beiden Kontinente oft als ein Kontinent aufgefasst (Eurasien). Die Grenze zwischen Asien und Europa wird durch das Ural-Gebirge, den Kaukasus und das Schwarze Meer markiert. Von Nordamerika ist Asien durch die Beringsee, von Afrika durch das Rote Meer abgetrennt. In Asien leben weit über 3,5 Milliarden Menschen, das sind mehr als die Hälfte aller Menschen auf der Erde. Die größten Länder Asiens sind die Russische Föderation, China und Indien (siehe auch Länder Asiens).

    Im Norden finden sich ausgedehnte Tiefländer (Sibirien) mit Tundren und Waldgebieten. Im Inneren des Kontinents schließen sich Tafelländer und Plateaus an (Kleinasien, Iran, Tibet), die von mächtigen Gebirgsketten umgeben sind (Kaukasus, Himalaja, Kunlun). Hier herrschen Steppen und Wüsten vor. Mit dem Himalaja befindet sich in Asien das höchste Gebirge der Welt. Zu Südasien gehören die malaiische Inselwelt und die Halbinseln Vorder- und Hinterindiens mit den Stromtiefländern des Indus, Ganges und Mekong. Ostasien umfasst China mit den Tiefebenen des Huang He und Yangtsekiang, die Koreanische Halbinsel und die Japanische Inselkette. In Vorderasien liegen die Hochländer von Armenien, Iran und Kleinasien. Im Südwesten schließlich erstrecken sich die Arabische Halbinsel, Mesopotamien und die an das Mittelmeer grenzende Levante.

    Klima

    Klima und Vegetation sind entsprechend der von der Arktis bis zum Äquator reichenden Ausdehnung Asiens sehr vielfältig. In Asien sind alle Klimazonen vertreten. Auch die Fauna ist artenreich: im Norden etwa Eisbären, Wölfe, Rentiere und Pelztierarten, in Zentralasien Nagetiere, Antilopen, Wildpferde, das zweihöckerige Kamel, im Süden Raubkatzen wie Tiger und Leopard sowie Nashörner, Elefanten und Affen.

    Bevölkerung

    Die Bevölkerungsdichte ist sehr unterschiedlich: Nord- und Zentralasien sind sehr dünn besiedelt, die Tiefländer im Monsungürtel weisen auf einem Viertel der Fläche Asiens 90 % der Bevölkerung auf. Insgesamt von einer Bevölkerung von etwa 3 921 Millionen Menschen (2004, Schätzung der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung) ausgegangen. Ethnisch und kulturell lassen sich drei große Gruppen unterscheiden: die orientalische mit dem Islam als vorherrschender Religion, die chinesisch-japanische, wo Buddhismus, Konfuzianismus und Schintoismus auftreten, und die indische mit hinduistischer Ausrichtung.

    Wirtschaft

    Die vier bedeutendsten Staaten Asiens sind Russland, China, Japan und Indien. In Südwest- und Südostasien liegen Klein- und Mittelstaaten mit großteils kolonialer Vergangenheit. Die Wirtschaft Asiens ist von Landwirtschaft geprägt, die sich auf die klimatisch begünstigten Zonen konzentriert. Hauptanbauprodukt und wichtigstes Nahrungsmittel ist Reis. In Asien gibt es bedeutende Bodenschätze (Kohle, Erdöl, Erze), die erst teilweise erschlossen sind. Der wirtschaftliche Schwerpunkt des Kontinents liegt in Ost- und Südostasien (Japan, Südkorea, Taiwan, Hongkong, Singapur).

    Geschichte

    Die Griechen der Frühzeit bezeichneten mit Asien alle von ihnen so genannten "barbarischen" Länder, die nicht zu Europa zählen, einschließlich Libyens (Afrika). Asien war zunächst der Name für die von loniern gegründeten Kolonien der Westküste Kleinasiens.

    Asiens Menschheit ist bis weit in die Altsteinzeit zurückzuverfolgen. Von China über die Mandschurei, die Wüste Gobi, das Baikal-Gebiet, Indien, Iran, Zweistromland, Syrien, Palästina sind zahlreiche früheiszeitliche Fundstätten nachgewiesen. Soweit der Kontinent nicht von der Vergletscherung betroffen war, erlebte er die Klimawechsel als lang andauernde Regen- oder Trockenzeiten. Frühe Kulturen erblühten bereits um 5000 v.Chr. im Irak, mit Dorfsiedlungen und Dorfwirtschaft von Tierzüchterbauern; um 4500 v.Chr. erhob sich in Palästina (Jericho) ein erstes Heiligtum. Hier, in Syrien, Mesopotamien, im Irak und in Turkmenistan ist in der Folge der Ackerbau nachweisbar. Um 3000 v.Chr. wurden in China, Indien, im Zweistromland Hochkulturen mit Stadtanlagen sichtbar und in Mesopotamien mit erstem monumentalen Tempelbau; erste Staaten- und Reichsbildungen. Asien war in der Folge Tummelplatz erobernder Steppenvölker (Hunnen, Tataren, Mongolen, Türken usw.).

    Hauptquellen für die geschichtliche Frühzeit sind Hekataios von Milet um 500 v.Chr. und Herodot um 45 v.Chr. Um 400 v.Chr. berichtete Krepias, Arzt aus Knidos, der am persischen Hof lebte, über Indien. Mit den Zügen Alexanders des Großen wird der Name auf alle östlich gelegenen Länder übertragen. Um die geografische Erschließung Asiens ist Nearchos durch seine Fahrt von der Indusmündung zum Euphrat 325 v.Chr. verdient; etwas später befuhren Seleukos Nikator und sein Sohn Antiochos den Indischen Ozean und das Kaspische Meer. In der Nach-Alexander-Zeit Handelsbeziehungen zwischen Ägypten und Indien. Die römische Provinz Asia umfasste das 133 v.Chr. geerbte Attaliden-Reich von Pergamon; dazu kamen später Lydien, Phrygien und Rhodos. Der Handel Roms reichte bis nach Indien und China, doch blieb Innerasien selbst dem römischen Vordringen durch die persische Großmacht verschlossen; noch Ptolemäus war Zentralasien unbekannt. Im Mittelalter erschlossen sich die Araber in Süd- und Ostasien zahlreiche Märkte. Im 13. Jh. verhandelten westliche Gesandtschaften in der Mongolenresidenz im Innern der Mongolei. 1271 bis 1295 reiste der Venezianer Marco Polo im Auftrag des Papstes und aus Handelsinteresse durch die Mongolei, China und Bengalen. 1498 umsegelte der Portugiese Vasco da Gama Afrika und entdeckte den Seeweg nach Ostindien; damit begann eine neue Epoche der geografischen Erschließung Asiens, besonders durch die Portugiesen. 1521 fuhr Magellan auf dem Weg um die Welt zu den Philippinen; Gracia Henriques nahm 1525 Celebes, Vasco Laurez 1526 Borneo. Um 1542 Eindringen der Europäer in Japan. 1571 besiedelten die Spanier die Philippinen. Seit 1580 begann das russische Vordringen der Kosaken Jermaks nach Sibirien, die Lena wurde 1628, der Amur und das Ochotskische Meer 1640 erreicht. 1600 schickte die englische Königin Elisabeth eine Expedition nach Indien. Bis 1660 setzten sich die Holländer im Inselarchipel von Java, Celebes, Borneo usw. fest. 1601 begannen auch die Franzosen mit Ostindienfahrten. Auf Befehl Peters des Großen gingen 1711 bis 1716 mehrere russische Expeditionen im Norden vor; Bering suchte 1725-1728 die Küste des nördlichen Sibirien und das Meer von Kamtschatka auf; mit der Erdumseglung James Cooks (1772 bis 1775) wurden auch die nordöstlichen Küsten Asiens erforscht. Seither hellte sich das geografische Bild des Erdteils rasch auf.

    In Asien entstanden fast alle bedeutenden Menschheitsreligionen. Dem europäischen Imperialismus hatte Asien lange politisch nichts entgegenzusetzen, erst im 20. Jh. ging eine Welle des Nationalismus auch durch alle asiatischen Nationen, der japanische Imperialismus machte sich die Parole "Asien den Asiaten" zu eigen; seit dem Zweiten Weltkrieg erkämpften sich die Nationen Asiens ihre Unabhängigkeit von europäischer oder amerikanischer Herrschaft.


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