Armand Jean du Plessis, Herzog von Richelieu

    Aus WISSEN-digital.de

    französischer Politiker und Kleriker; * 9. September 1585 in Paris, † 4. Dezember 1642 in Paris

    Herzog von Richelieu

    Richelieus Eltern hatten für ihn eine militärische Laufbahn geplant, aber er trat in den geistlichen Stand ein und wurde bereits 1607, als 22-Jähriger, Bischof von Lucon.

    Während der Versammlung der Generalstände 1614 wurde die französische Regentin Maria von Medici, die anstelle ihres unmündigen Sohnes Frankreich regierte, auf den redegewandten und politisch geschickten jungen Mann aufmerksam. Zwei Jahre später ernannte sie ihn zu ihrem Staatssekretär. Sechs Jahre später war Richelieu bereits Kardinal und seine politische Karriere war bald nicht mehr aufzuhalten.

    Während der Auseinandersetzungen zwischen Maria von Medici und ihrem Sohn Ludwig XIII. hatte sich Richelieu von seiner Gönnerin, der Königinmutter, abgewandt und sich dem neuen Monarchen zugewandt. Der machte ihn 1624 zum leitenden Minister. 1630 schlossen sich Maria von Medici und der Königsbruder Gaston von Orleans gegen ihn zusammen. Aber Richelieu behauptete sich, wurde 1631 zum Herzog und zum Pair von Frankreich ernannt.

    Innenpolitisch verhalf der Kardinal dem monarchischen Absolutismus in Frankreich zum Durchbruch. Richelieu brach die Macht des Adels. Er schlug den Aufstand des Gaston von Orleans und die "Revolution" des Heinrich von Montmorency nieder. Nach der Hinrichtung Heinrichs, die am 30. Oktober 1632 öffentlich stattfand, war die Macht des Adels endgültig gebrochen. Richelieu sicherte den König auch gegen das Parlament ab: 1641 schränkte er dessen Macht ein, indem er dem Parlament Einziehungsrechte für Steuern absprach.

    1628 vernichtete Richelieu durch die Eroberung von La Rochelle die politische und militärische Basis der Hugenotten, der protestantischen Gegenbewegung gegen den König. Richelieu verhielt sich gegen die besiegten Hugenotten aber durchaus politisch klug und integrierte sie durch den Frieden von Alais und den Gnadenerlass von Nimes (1629) in den Staat.

    Mit seinem System der Intendanten - Verwaltungsbeamte für jeweils kleine, überschaubare Gebiete, die den König vertraten und die Steuern einzogen - verschaffte Richelieu dem König einen politisch zuverlässigen, gut funktionierenden Verwaltungsapparat. 1635 gründete Kardinal Richelieu die heute noch bestehende "Académie Française".

    Kardinal Richelieu auf dem Totenbett

    Als französischer Staatsmann erwies sich Richelieu auch im politischen Kampf gegen das Haus Habsburg, der zuletzt zum Eintritt in den Dreißigjährigen Krieg führte. Frankreichs Stellung wurde in diesem Kampf von Richelieu klug gefestigt.

    Als er am 4. Dezember 1642 starb, hatte Richelieu die Grundlage für die künftige Vormachtstellung des Hauses Bourbon in Europa geschaffen.



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