Argentinien

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    Hauptartikel siehe: Argentinien im Länder-Lexikon.de.

    Geografie

    Argentinien nimmt fast die gesamte Südspitze Südamerikas ein. Das Land ähnelt in der Form einem lang gezogenen Dreieck, erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung über eine Länge von 3 799 km und erreicht an seiner breitesten Stelle 1 432 km. Die Fläche Argentiniens entspricht der achtfachen Fläche von Deutschland.

    Im Osten grenzt Argentinien an den Atlantik, im Westen an Chile. Im Norden grenzt das Land im Uhrzeigersinn gesehen an die beiden einzigen Binnenstaaten Südamerikas, Bolivien und Paraguay, dann an Brasilien und Uruguay.

    Den Westen von Argentinien bildet die Hochgebirgskette der Anden mit zahlreichen Vorgebirgen. Es folgen nach Osten die Steppenebene der Pampas und nach Norden das waldreiche Tiefland des Gran Chaco.

    Klima

    Der klimatische Bogen reicht von subtropischen Regionen bis in präpolare Zonen auf Feuerland, wobei die Niederschläge von Osten nach Westen und Süden abnehmen.

    Flora und Fauna

    Das Land weist entsprechend seiner Ausbreitung von den Tropen bis zum Südpol unterschiedlichste Vegetationsbereiche und Tierarten auf. So finden sich subtropische Regenwälder im Nordosten. In Ostpatagonien gibt es karge Steppen, im südlichen Feuerland Wälder mit Scheinbuchen und Araukarien (Andentannen). In den Anden gibt es neben Nadelgehölzen auch Hartlaubbäume und Erlen.

    Die sehr artenreiche Tierwelt Argentiniens umfasst im Norden Säugetierarten wie Affen, Jaguare, Pumas, Ozeloten, Ameisenbären, Tapire und Waschbären. Einheimische Vögel sind Flamingos und verschiedene Kolibri- und Papageienarten. In der Pampa und teilweise auch in Patagonien leben Gürteltiere, Füchse, Marder, Wildkatzen, Hasen, Hirsche und der Nandu, ein straußenähnlicher Laufvogel. An Vogelarten kommen z.B. Falken, Reiher, Regenpfeifer und Rebhühner vor. In den kälteren Bergregionen der Anden sind unter anderem Lamas und Kondore beheimatet. In den Küstengewässern finden sich zahlreiche Fische und Seelöwen, in den Flüssen im Landesinneren gibt es große Vorkommen an Süßwasserfischen.

    Bevölkerung

    Die Bevölkerung, zu 95 Prozent Weiße europäischer Herkunft, ballt sich an den Flüssen Paraná und Uruguay, v. a. an deren Mündung in den Rio de La Plata, und weniger dicht an der Atlantikküste.

    Neben der Amtssprache Spanisch werden verschiedene europäische Sprachen und Quechua gesprochen.

    Politisches System

    Die Argentinische Republik ist eine Bundesrepublik. Der auf vier Jahre gewählte Präsident ist gleichzeitig Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Der Nationalkongress besteht aus einer Senatorenkammer (Oberhaus) und einer Abgeordnetenkammer (Unterhaus). Jede der 23 Provinzen hat eine eigene Verfassung und wählt Gouverneur, Abgeordnete und Richter ohne Eingreifen der Bundesregierung.

    Ein eigenständiges Richter- und Juristengremium schlägt der Regierung die Ernennung von Richtern vor und kann Verfahren wegen missbräuchlicher richterlicher Amtsführung einleiten.

    Wirtschaft

    Argentinien besitzt mit seinen fruchtbaren Ebenen hervorragende Grundlagen für eine produktive Landwirtschaft (Getreide; Viehzucht). In den letzten Jahren wurde v.a. der Industriesektor ausgeweitet.

    Die wichtigsten Exportgüter des Landes sind nach wie vor Agrarprodukte sowie Roh- und Brennstoffe. Importiert werden Verbrauchs- und Investitionsgüter sowie Kraftfahrzeuge und Maschinen.

    Eine starke Energierohstoffbasis (Erdgas, Erdöl, Wasserkraft, Kernkraft) macht das Land nahezu autark. Weiterhin positiv wirkt sich ein großes Potenzial an bisher unerschlossenen Bodenschätzen auf die Zukunftschancen des Landes aus.

    Währung ist der Argentinische Peso (=100 Centavos)

    Geschichte

    Von den Spaniern seit 1516 entdeckt und besiedelt, wurde das Gebiet des heutigen Argentinien 1776 zum Vizekönigreich Rio de la Plata zusammengefasst. 1810 wurde die Unabhängigkeit proklamiert. Nach einer Phase der Prosperität zunächst als Agrarland, dann auch als Industriestaat, stürzte die Weltwirtschaftskrise Argentinien 1929/32 in bis heute nicht umfassend bewältigte soziale und ökonomische Probleme. Es kam zum Aufstand der ausgebeuteten Massen, der "Decamisados" (Hemdlosen). Sie glaubten in Perón, dem Führer der Arbeiterpartei, den Retter gefunden zu haben und brachten ihn 1946 an die Macht. Doch scheiterte er an Misswirtschaft und Widerstand der Oberschicht, die ihn 1955 durch Militärputsch stürzte. Sein Mythos aber lebte weiter, brachte Perón 1973 nochmals die Präsidentschaft, verblasste aber nach seinem Tod 1974. Das folgende Terrorregime der Militärs zerbrach 1982 an der Niederlage im Krieg gegen Großbritannien um die Falkland-Inseln.

    1983 kehrte Argentinien unter Präsident Alfonsín zur Demokratie zurück, und 1989 ballten sich noch einmal die Hoffnungen auf sozialen Ausgleich und trugen den Peronisten Carlos Menem ins Präsidentenamt. Während wechselnder Regierungen kam es 2001 zur Argentinien-Krise und zum Staatsbankrott, das Land erholt sich aber seit 2003 wieder. 2008 gründete Argentinien zusammen mit den anderen elf unabhängigen Staaten Südamerikas die Union Südamerikanischer Nationen (Unasur) nach dem Vorbild der Europäischen Union.


    Argentinische Republik

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    República Argentina
    Amtssprache Spanisch
    Hauptstadt Buenos Aires
    Staatsform Präsidiale Bundesrepublik
    Fläche 2.780.403 km²
    Einwohner 40.765.000
    Währung Peso
    Zeitzone UTC -3
    KFZ-Kennzeichen RA
    Internet-TLD .ar
    Telefonvorwahl 0054


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