Antikes Theater

    Aus WISSEN-digital.de

    Den Beginn des antiken Theaters setzt man im 6. Jahrhundert v.Christi an. Seine Wurzel liegen in den religiösen Ritualen zu Ehren des Fruchtbarkeitsgottes Dionysos. Im heiligen Bezirk des Theatergottes fanden die antiken Dichterwettbewerbe (Agone) statt. Von dem Tyrannen Peisistratos gestiftet, wurden die so genannten großen Dionysien jedes Jahr im März auf dem Hanggelände südlich der Akropolis gefeiert.

    Der Ablauf war folgendermaßen festgelegt: Nach der Opferprozession zum Heiligtum des Dionysos und nach verschiedenen Reden und Staatsehrungen des ersten Tages, wurde am zweiten Tag der Dithyrambus, ein chorisches Kultlied auf Dionysos angestimmt. In den nächsten drei Tagen wurde jeweils eine Tetralogie, drei Tragödien mit anschließenden Satyrspiel, eines Tragödiendichters aufgeführt. Preisträger dieser Wettbewerbe waren u.a. Aischylos, Sophokles und Euripides. Theater wurde sehr früh politisch und gesellschaftlich verstanden: es sollte das Gemeinwesen, die Polis, widerspiegeln und einen.

    486 v.Chr. gelangte die erste Komödie in Athen zur Aufführung. Mit der Zeit wurde diese Gattung, die sich durch Spottlust und Bezüge auf das akuelle politische Geschehen auszeichnete, immer beliebter. Hauptvertreter der so genannten Alten Tragödie war Aristophanes. Die so genannte Mittlere und Neue Komödie dagegen fand ihre Stoffe mehr in den Grotesken des Alltags (Frauenjäger, Geizkragen etc.).

    Wie die Theateraufführungen im Detail ausgesehen haben, lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren, auch wenn im Laufe der europäischen Geistesgeschichte verschiedene Versuche unternommen wurden, in deren Folge unter anderem die Oper entstand. Wir wissen jedoch, dass der Chor vor allem in der ersten Zeit von tragender Bedeutung war. Später nach der Einführung des ersten (Thepsis), zweiten (Aischylos) und dritten Schauspielers (Sophokles), verblasste die Bedeutung des Chores. Ihm kam nur noch eine das Bühnengeschehen kommentierende Funktion zu.

    Fanden die ersten Aufführungen des griechischen antiken Theaters noch auf der Agora, dem Versammlungsort der Polis in Athen statt, so wurden sie schon bald in das Athener Dionysos-Theater verlegt. Südlich der Akropolis gelegen, bestand das Theater aus drei Teilen: dem halbrunden Zuschauerraum mit ansteigenden Sitzreihen (dem Theatron), dem kreisrunden Tanzplatz des Chores (der Orchestra) und dem hüttenartigen Bühnenbau (der Skene), auf dem der gemalte Hintergrund (Skenografie) platziert wurde und der den Schauspielern zum Kostümwechsel diente. Mitte des 2. Jahrhunderts wurde die Bühne erhöht, und mit der Loslösung vom Dionysos-Kult verlor der Chor an Bedeutung. Die Handlung verlagerte sich von der Orchestra auf das Proskenion, das im 3. Jahrhundert v.Chr. aus der Skene entstanden war und aus einer überdachten Bühnenfläche mit Rückgebäude bestand.

    Für das antike Theater der Frühzeit waren als Kostümierung flache Schuhe und weite Gewänder typisch, in den Satyrspielen wurden die Schauspieler zur Darstellung der lüsternen Satyren mit überdimensionalen Phallussymbolen , Pferdeschweifen und -ohren ausgestattet. Das späte hellinistische Theater dagegen kennt den hohen Halbstiefel (Kothurn) und prächtige Gewänder. Die Masken der antiken Tragödie und Komödie waren Ganzmasken und stilisierter Ausdruck der Trauer und Würde bzw. der grotesken Komik.



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