Antigua und Barbuda

    Aus WISSEN-digital.de


    Geografie

    Koloniale Architektur; Antigua

    Zu dem mittelamerikanischen Inselstaat, der in der Karibik liegt, gehören drei Inseln: Antigua mit einer Fläche von 280 km², Barbuda mit 161 km² und Redonde mit 1,6 km². Die Inseln gehören zu den nördlichen Kleinen Antillen (Leeward Islands). Wie auch die anderen Karibikinseln entstanden sie durch Vulkanausbrüche vor rund 10 Millionen Jahren. Aus Vulkangestein sind auch die im Südwesten Antiguas gelegenen Sheekerley Mountains (Boggy Peak, 403 m). Der Rest der Inselflächen besteht aus Korallenkalk und ist vorwiegend flach und verkarstet.

    Antigua ist 12 km lang und rund 18 km breit, hat eine buchtenreiche Küste und viele vorgelagerte Korallenriffe.

    Barbuda liegt ungefähr 40 km östlich von Antigua, die höchste Erhebung liegt hier etwa 40 m über dem Meeresspiegel. Lange Sandstrände sind typisch für die Insel.

    Die nur 1,6 Quadratkilometer große Insel Redonde ragt bis über 300 m steil aus dem Meer auf, besitzt keine natürlichen Häfen und ist nicht bewohnt.

    Die Hauptstadt des Inselstaats, Saint John's, liegt auf Antigua.

    Klima

    Das tropische Klima ist geprägt durch den Nordostpassat, das ganze Jahr über herrschen gleichbleibend hohe Temperaturen (Mittelwert im Januar und Juli bei 25 °C). Von Mai bis September herrscht Regenzeit, die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei etwa 1 050 mm. Antigua und Barbuda liegen innerhalb der hurrikangefährdeten Zone der Karibik, die Wirbelstürme treten vor allem in den Monaten Juni bis November auf.

    Flora und Fauna

    Die Vegetation auf dem Inselstaat ist arm an Arten. Während der Kolonialzeit wurden die vorhandenen Wälder zugunsten von Plantagen abgeholzt. Im Südwesten Antiguas finden sich noch Restbestände von Laub- und Buschwäldern. Auf Barbuda sind noch größere Baumbestände vorhanden, an der Küste finden sich Gebiete mit Mangroven. Große Teile der Insel wurden zum Naturschutzgebiet erklärt.

    An größeren Säugetieren leben auf den Inseln Wildschweine und vereinzelt Hirsche in den Wäldern, auch der von den Europäern eingeführte Esel lebt hier wild. Neben Reptilien (Eidechsen, Schildkröten) wurden über 150 Vogelarten beobachtet. Im Vogelreservat auf Barbuda gibt es eine große Kolonie an Fregattvögeln.

    Bevölkerung

    Insgesamt umfasst die Bevölkerung auf Antigua und Barbuda rund 68 700 Menschen. Über die Hälfte davon, nämlich 36 000, leben auf Antigua in der Hauptstadt Saint John's (einziger größerer Ort auf Barbuda ist Codrington mit knapp 1000 Einwohnern). Gut 90 % der Gesamtbevölkerung sind Schwarze, Nachfahren der aus Afrika verschleppten Sklaven. Mischlinge und Weiße (meist britischer Herkunft) bilden kleine Minderheiten. Rund 75 % der Bevölkerung gehören der Anglikanischen Kirche an, rund 10 % sind Katholiken; eine Minderheit von 1,2 % sind Zeugen Jehovas.

    Die Lebenserwartung der Frauen liegt bei 74, die der Männer bei 70 Jahren. Das Bevölkerungswachstum wird mit 0,6 % angegeben. Die Alphabetisierungsrate von 89 % ist im Vergleich zu anderen Karibikstaaten relativ hoch, für Kinder besteht allgemeine Schulpflicht.

    Übliche Sprache ist das kreolische Englisch.

    Politisches System

    Der Inselstaat Antigua und Barbuda ist eine unabhängige parlamentarische Monarchie im britischen Commonwealth. Staatsoberhaupt ist die britische Monarchin Elizabeth II., die durch einen Generalgouverneur vertreten wird, der überwiegend repräsentative Aufgaben erfüllt (seit Juli 2007 Generalgouverneurin Louise Lake-Tack). Die Regierung leitet der Premierminister (seit 2004 Baldwin Spencer, UPP). Die Legislative liegt beim Parlament, das aus dem (ernannten) Senat und dem (gewählten) Abgeordnetenhaus besteht (jeweils 17 Mitglieder).

    Neben der United Progressive Party (UPP) sind im Parlament noch die oppositionelle Antigua Labour Party (ALP) vertreten und die BPM (Barbuda People's Movement), die einen unabhängigen Status für Barbuda anstrebt.

    Wirtschaft

    Der Tourismus hat den Zuckerrohranbau seit den 1970er Jahren des 20. Jahrhunderts als wichtigsten Wirtschaftsfaktor abgelöst, rund zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts werden durch den Fremdenverkehr erwirtschaftet. Jährlich besuchen rund eine halbe Million Touristen die Inseln, ein Drittel davon im Rahmen von Kreuzfahrten.

    Die Landwirtschaft trägt nur noch rund 4 % zum Bruttoinlandsprodukt bei, bedeutendste Anbauprodukte sind Baumwolle, Gemüse, Obst, Zuckerrohr und Getreide. Die Industrie ist nur schwach entwickelt, überwiegend gibt es Nahrungsmittel verarbeitende Betriebe und Textilindustrie.

    Durch die Gewährung von Steuervorteilen konnte sich der Inselstaat als internationaler Finanzplatz etablieren. Zu den ständigen Einnahmen gehört u.a. die Pacht, die die USA für zwei Marinestützpunkte auf Antigua bezahlt.

    Auf Antigua liegt ein internationaler Flughafen (V.C. Bird), die Hauptstadt Saint John's verfügt über einen Tiefseehafen, der auch von großen Kreuzfahrtschiffen angelaufen werden kann. Antigua ist gut erschlossen und verfügt über rund 1 000 km befestigte Straßen. Auf Barbuda gibt es nur Sandstraßen.

    Währung ist der Ostkaribische Dollar.


    Antigua and Barbuda

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    Antigua and Barbuda
    Amtssprache Englisch
    Hauptstadt Saint John's
    Staatsform Unabhängige parlamentarische Monarchie im Commonwealth
    Fläche 443 km²
    Einwohner 84.000
    Währung Ostkaribischer Dollar
    Zeitzone UTC -4
    KFZ-Kennzeichen AG
    Internet-TLD .ag
    Telefonvorwahl 001


    Film und Fernsehen

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