Anpassung (Biologie)

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    In der Biologie versteht man unter diesem Begriff die Anpassung von pflanzlichen und tierischen Individuen und deren Organismen, d.h. des Stoffwechselgeschehens, an Gegebenheiten, an Umstände und die Umwelt.

    Adaptation

    Die evolutionäre Entwicklung aller noch lebenden und bereits ausgestorbenen Lebewesen auf der Erde (wozu nicht nur die Säugetiere und Pflanzen gehören, sondern auch Bakterien, Fische, Pilze u.a.) geschah, wie man heute durch die Genetik nachweisen kann, aus einem bzw. sehr wenigen winzigen Ursprungsorganismen heraus. Später haben sich in weiteren Selektionsprozessen neuartige Organismen gebildet, wie z.B. die heutigen Vögel aus den flugfähigen Dinosauriern. Obwohl heute in der Einteilung die Vögel eine eigene Klasse bilden, sind diese direkte Nachkommen der Dinosaurier.

    Bekanntlich hat sich der Mensch aus einer Affenart entwickelt und sich danach immer weiter neuen Lebensbedingungen angepasst. Dies bedeutet, dass die durch den Selektionsprozess immer weiter verstärkte Anpassung irgendwann einmal in den genetischen Kode des Lebewesens eingegangen ist. Der eigentliche Zweck der Anpassung ist die Fortpflanzung und damit die Weitergabe der einer Anpassung zu Grunde liegenden genetischen Information.

    adaptive Radiation

    Die Biologen verwenden im Zusammenhang mit der Anpassung auch den Begriff der "adaptiven Radiation". Hierunter wird das Hervorgehen verschiedener Arten aus einem gemeinsamen Vorfahren verstanden, nachdem dieses Lebewesen in eine andere Umgebung gelangt ist, die ihm andere Möglichkeiten und Lebensbedingungen gestellt hat.

    Stellvertretend für eine Reihe von verschiedenen Möglichkeiten sei hier die Entwicklung auf relativ eng zusammenliegenden Inseln genannt. Vögel, die vom Festland auf eine Insel gelangten, bildeten hier eine andere Art aus, wie man sie auf dem Festland findet. Gelangten von dieser Art einzelne Vögel auf eine andere Insel, wurden wieder neue Arten ausgebildet, usw. Die Vögel könnten dann z.B. ein andersfarbiges Federkleid entwickelt haben, weil die Insel eine andersfarbige Landschaft besitzt, oder sie entwickelten einen andersartigen Nestbau oder neue Fressgewohnheiten, weil die vorgefundenen Pflanzen nicht denen der Herkunftsumgebung entsprachen.

    Andere Beispiele sind bei zahlreichen Insekten zu finden, die leuchtende Warnfarben von giftigen Insekten tragen, obwohl sie selbst nicht giftig sind (Mimikry). Ähnliche Farbsymbolik findet man auch bei Fischen.

    Charles Darwin war der erste, der diese scheinbar zielgerichtete entwickelte Eigenschaft bei Tieren feststellte. In einer Wechselbeziehung zwischen Umwelt und Anpassung werden die Unwägbarkeiten in Bezug zum Überleben und zur Fortpflanzung überwunden. Dabei, und das erkannte schon Darwin, bevorzugt die Evolution, die letztlich eine Selektion ist, Organismen mit höherem Adaptionswert. Entscheidende Erkenntnisse zu diesem Thema sammelte Darwin auf den Galapagosinseln im Pazifik.

    Akklimatisierung

    siehe Akklimatisierung



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    1634 Nach der Schlacht von Tuttlingen müssen die Franzosen Württemberg aufgeben und sich über den Rhein zurückziehen.
    1859 Der britische Biologe Charles Darwin veröffentlicht sein grundsätzliches Werk "Die Entstehung der Arten".
    1936 Carl von Ossietzky, dem Herausgeber der "Weltbühne", wird der Friedensnobelpreis verliehen.