Andrea Mantegna

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    italienischer Maler; * 1431 in Isola di Carturo, † 13. September 1506 in Mantua

    Neben Giovanni Bellini ist Mantegna der bedeutendste Meister der oberitalienischen Frührenaissance.

    Kurzbiografie

    Der Maler kam früh nach Padua, wo er in der Werkstatt des Squarcione lernte und sein erstes Hauptwerk malte, die Fresken in der Eremitani-Kirche. 1460 wurde er von Lodovico Gonzaga nach Mantua berufen, in dessen Diensten er bis zu seinem Tode stand. 1466 ist Mantegna in Florenz, 1467 in Pisa, 1488 und 1489 in Rom nachweisbar.

    Künstlerische Leistung

    Für Mantegnas Kunst waren zwei Einflüsse bestimmend: Einerseits die Antike, die er in Squarciones Atelier kennen lernte, der Reproduktionen antiker Skulpturen besaß, andererseits die Florentiner Meister der Frührenaissance, von denen vor allem P. Uccello und Donatello auf ihn wirkten, die beide 1444 nach Padua berufen worden waren. In mancher Hinsicht kann Mantegna als der eigentliche Vollender des von den florentinischen "Theoretikern" erstrebten Kunstideals angesehen werden: In seinem Werk manifestiert sich die genaue Kenntnis der Perspektive, verbunden mit dem Geist der Antike. Später kam noch der Einfluss Iacopo Bellinis hinzu, mit dessen Tochter Mantegna seit 1454 verheiratet war. Eine gegenseitige Beeinflussung ist im Werk Mantegnas und seines Schwagers Giovanni Bellini spürbar.

    Mantegnas Hauptwerk in Mantua sind die Fresken der Camera degli Sposi im Palazzo Ducale (1474 vollendet): An der einen Wand ist die Begegnung des Lodovico Gonzaga mit seinem Sohn dargestellt, an der zweiten Wand Lodovico mit Familie und Gefolge. An der Decke sind Cäsarenbildnisse und mythologische Szenen gemalt, in der Mitte ein Fenster in den Himmel. Es ist die erste derartige Illusionsmalerei überhaupt und bildete das Vorbild für Werke von Melozzo da Forlì und Correggio. Die Bildnisse der Familie Gonzaga gelten als die bedeutendsten Gruppenporträts der Frührenaissance.

    Mantegna ist ferner - neben Pollaiuolo - Hauptmeister des Kupferstichs des 15. Jh.s. in Italien. Hier kommt die Eigenart seines Stilwillens noch deutlicher als in den Gemälden zur Geltung, nämlich die unbedingte Plastizität der Figur. Oft stellen die Kupferstiche Übernahmen antiker Plastiken dar.

    Weitere Werke (Auswahl)

    Fresken der Eremitani-Kirche in Padua (seit 1448-59): Sechs Darstellungen aus dem Leben des heiligen Jakobus und Himmelfahrt Mariä; Hochaltar von S. Zeno in Verona (1457-59): Thronende Madonna und Kind als Mittelbild; "Beweinung Christi" (Mailand, Brera); "Der Triumphzug Cäsars" (um 1492 vollendet, Hampton Court), 9 Bilder, in Wasserfarben auf Leinwand zur Ausschmückung eines Saales im Palazzo Ducale in Mantua gemalt; "Tod Mariä" (Madrid, Prado); "Hl. Georg" (Venedig, Accademia); Madonna della Vittoria mit Heiligen und dem knienden Francesco Gonzaga (um 1495, Paris, Louvre).



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