André Hercule de Fleury

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    französischer Politiker und Kardinal; * 22. Juni 1653 in Lodève, † 29. Januar 1743 in Issy-les-Molineaux bei Paris

    Erzieher des französischen Königs Ludwig XV. Der König verschaffte Fleury die Kardinalswürde und ernannte ihn am 11. Juni 1726 zum leitenden Minister. Durch die Verträge von Sevilla (1729) und Wien (1731) rettete Fleury Europa vor einem allgemeinen Krieg. Doch trat er im Polnischen Erbfolgekrieg nachdrücklich für Frankreich ein und verbündete sich mit Spanien und Sardinien gegen Österreich. Österreich wurde besiegt und musste in den Wiener Präliminarien (1735) das wichtige Herzogtum Lothringen dem Schwiegervater Ludwigs XV., Stanislaus Leszczynski, überlassen. Nach dessen Tod sollte Lothringen dann an Frankreich fallen. Durch diesen erfolgreich geführten Krieg wurde Frankreich wieder die erste Großmacht Europas.

    Zur Teilnahme an dem Österreichischen Erbfolgekrieg von 1740 wurde Fleury durch die beiden Brüder Belle-Isle überredet.

    Im Innern stellte Fleury die Staatsfinanzen durch Sparsamkeit und strenge Kontrolle wieder her, baute Kanäle und Landstraßen, begünstigte Gewerbe, Handel und Ackerbau und verbesserte so die allgemeinen Lebensverhältnisse in Frankreich. Auch in den religiösen und philosophischen Streitigkeiten trat er versöhnend und vermittelnd auf und war Freund und Beschützer der Wissenschaften. Er selbst war seit 1717 Mitglied der Französischen Akademie.



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