Ameisen

    Aus WISSEN-digital.de

    (Formicidae)

    Allgemeines

    In bis zu 10 000 verschiedenen Arten sind Ameisen über fast die ganze Welt verbreitet, wo sie in komplex aufgebauten Staaten zu Tausenden von Exemplaren zusammenleben. Besonders in tropischen und subtropischen Gebieten ist die Artenvielfalt groß; in Europa leben in etwa 200 Arten.

    Entgegen der landläufigen Vorstellung sind Ameisen nicht näher mit den Termiten verwandt, die häufig als "Weiße Ameisen" bezeichnet werden, jedoch eine eigene Ordnung bilden.

    Je nach Art erreichen Ameisen Körperlängen von einem bis zu sechs Zentimetern und sind von unterschiedlicher Gestalt. Allen Ameisenarten gemeinsam ist die Tatsache, dass sie als Staaten bildende Insekten in großen Bauten zusammenleben, in denen eine strikte Arbeitsteilung herrscht.

    Die Königin

    Die Königin ist meist das einzige fruchtbare Weibchen; wenn sie schlüpft, besitzt sie Flügel und verlässt den Staat, um sich zu paaren; direkt nach der Paarung werden die Flügel abgeworfen, die Königin bildet einen neuen Staat und beginnt mit der Eiablage; die erste Brut zieht sie alleine auf, aus ihr entsteht eine erste Generation von Arbeiterinnen, die weitere Generationen großzieht und somit das Überleben des Staates sichert. Aus unbefruchteten Eiern entstehen Männchen, aus befruchteten weibliche Arbeiterinnen. Die Männchen sterben in aller Regel direkt nach der Befruchtung der Königin. Die Larven schlüpfen nach durchschnittlich vier Wochen. Mit bis zu 20 Jahren erreicht die Königin ein für Insekten ungewöhnlich hohes Alter.

    Die Arbeiterinnen

    Die Arbeiterinnen sind meist unfruchtbar und übernehmen die verschiedensten Aufgaben. Sie sind für die Brutpflege, die Fütterung der Larven und der Königin, den Nestbau und die Verteidigung des Baus verantwortlich. Da sie nicht ausschwärmen, sind Arbeiterinnen stets flügellos. Über mehrere Wochen hinweg füttern die Arbeiterinnen die Larven mit bereits vorverdauter Nahrung. Wie bei den Honigbienen, so entscheidet auch bei den Ameisen allein die Tatsache, mit welcher Nahrung die Larven gefüttert werden, über die Zukunft der Tiere (d.h. Königinnen und Arbeiterinnen entstehen aus genau denselben Eiern). Bei einigen Arten kommen Arbeiterinnen vor, deren Mandibeln (Oberkiefer) besonders gut ausgeprägt sind; diese Form der Arbeiterinnen wird im Allgemeinen als Soldaten bezeichnet, da sie der Verteidigung des Staates dienen.

    Männliche Ameisen

    Männliche Ameisen tragen Flügel, um mit der Königin ausschwärmen zu können. Nach der Paarung mit der Königin werden die Männchen überflüssig und sterben.

    Ernährung

    Viele Ameisen sind Allesfresser und ernähren sich sowohl von tierischer als auch von pflanzlicher Nahrung. Wo sie in großen Mengen auftreten, bedrohen besonders aggressive Arten sogar Vögel und kleine Säugetiere, über die sie zu Tausenden herfallen.

    Ameisen orientieren sich vornehmlich am Sonnenstand, ihre Kommunikation findet über ihre meist wie Sinnesorgane entwickelte Fühler statt; auch chemische Reize dienen der Verständigung.

    Bautätigkeit

    Einige Ameisenarten legen ihre Bauten vorwiegend unterirdisch an, während andere Hügel von bis zu einem Meter Höhe aufschütten. Das Nest wird stets von einem ausgeklügelten System an Gängen durchzogen, die auch der Belüftung dienen. Die Nester bieten häufig auch anderen Insekten - den so genannten Ameisengästen-Schutz. Einige Ameisen leben von einer Art Viehhaltung, indem sie sich beispielsweise Blattläuse halten, die den beliebten Honigtau absondern. Blattschneiderameisen betreiben intensive Pilzzucht, wieder andere Arten sind selbst Parasiten oder betreiben Sklaverei, indem sie weniger entwickelte Ameisenarten für sich arbeiten lassen.

    Bekannteste Arten

    Die bekanntesten Ameisenarten sind die amerikanische Blattschneiderameise, die europäische Rote Waldameise und die Schwarze Wegameise.

    Systematik

    Familie aus der Unterordnung der Leg- und Stechwespen (Apocrita), die zur Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera) zählt.



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