Alfred Döblin

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    deutscher Schriftsteller; * 10. August 1878 in Stettin, † 28. Juni 1957 in Emmendingen

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    Döblin stammte aus einer jüdischen Stettiner Kaufmannsfamilie. Er studierte Neurologie in Berlin und ließ sich dort 1911 als Psychiater nieder. Von 1914 bis 1918 nahm er als Militärarzt am Weltkrieg teil. Seinen ersten großen literarischen Erfolg erlebte er mit dem Erscheinen des Romans "Die drei Sprünge des Wang-lun" (1915), der ihm den Kleist- und den Fontane-Preis einbrachte. 1918 bekannte er sich zur Revolution, trat der USPD bei (bis 1920) und übte unter dem Pseudonym Linke Poot scharfe Kritik an den reaktionären Mächten der Weimarer Republik. 1921 wurde er Mitglied der SPD (bis 1930). 1928 wurde er in die Sektion Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste zu Berlin gewählt. Mit seinem Roman "Berlin Alexanderplatz" hatte er 1929 internationalen Erfolg.

    Titelseite des Romans »Berlin Alexanderplatz«

    Anfang 1933 trat Döblin, als Jude wie als Linksintellektueller bedroht, wie Heinrich Mann, Ricarda Huch und Käthe Kollwitz, aus der Preußischen Akademie der Künste aus. Einen Tag nach dem Reichstagsbrand (28. Februar 1933) verließ er Berlin und floh nach Zürich. Am 10. Mai 1933 verbrannten und verboten die Nationalsozialisten Döblins Werke. Als Emigrant trat er für die zionistische "Freilandbewegung" ein. Seit August 1933 lebte er in Paris, 1936 erhielt er die französische Staatsbürgerschaft. 1940 floh Döblin über Portugal in die USA, wo er in New York und Hollywood lebte. Seiner Enttäuschung über das Versagen der Intellektuellen und einer schweren persönlichen Krise versuchte er 1941 durch den förmlichen Übertritt zum Katholizismus zu begegnen.

    Bereits im November 1945 kehrte er als kulturpolitischer Mitarbeiter der französischen Militärregierung nach Deutschland zurück. Er gab in Baden-Baden die Zeitschrift "Das goldene Tor" heraus (1946-51) und wurde 1949 Mitbegründer und Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften in Mainz.



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