Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein

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    kaiserlicher Feldherr im Dreißigjährigen Krieg und böhmischer Fürst; * 24. September 1583 auf Gut Hermanitz bei Arnau (Ostböhmen, heute: Tschechische Republik), † 25. Februar 1634 in Eger

    Herzog von Friedland (1624), Mecklenburg (1628) und Sagan (1628).

    Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein

    Albrecht von Wallenstein entstammte einem minder begüterten Zweig des Herrengeschlechts der Waldstein. Die Erziehung Wallensteins stand stark unter deutschprotestantischer Einwirkung. Er begann seine Laufbahn im ungarischen Feldzug des Jahres 1604, dann wurde er Kämmerer des Erzherzogs Matthias, des künftigen Kaisers Ferdinand II. Entscheidend für seinen weiteren Aufstieg war sein noch vor 1606 vollzogener Übertritt zum Katholizismus. Jesuitische Vermittlung knüpfte 1609 seine eheliche Verbindung mit einer Witwe aus mährischem Adel; der Reichtum seiner Ehefrau - sie starb schon 1614 - stellte ihn in die Reihe der mährischen Grundherren.

    Nach Ausbruch des Dreißigjährigen Kriegs wurde Wallenstein kaiserlicher Oberst. Aus den nordböhmischen Herrschaften Reichenberg und Friedland, die der "Oberst von Prag" 1622 käuflich erworben hatte, und aus den vielen Gütern, die er hinzu erwarb, bildete er ein Herrschaftsgebiet, das tief ins Innere Böhmens reichte. 1624 erhob Ferdinand Friedland, Wallensteins Besitz, zusammen mit den achtundfünfzig Herrschaften, die ihm einverleibt waren, zum Fürstentum. Im Juni 1623 war Wallenstein eine neue Ehe eingegangen. Seine junge Gemahlin, Isabella von Harrach, verknüpfte ihn verwandtschaftlich mit dem Kreis des Wiener Hofs, namentlich mit dessen einflussreichstem Günstling Eggenberg.

    Unter dem Eindruck der Nachrichten über die von König Christian IV. von Dänemark, von Westen wie auch von Ungarn her drohenden Gefahren ernannte der Kaiser Anfang April 1625 den Friedländer Wallenstein zum Feldmarschall und Oberbefehlshaber des kaiserlichen Heers. Wenige Wochen später machte er ihn zum Herzog von Friedland. Innerhalb weniger Wochen stellte Wallenstein dem Kaiser ein Heer von vierundzwanzigtausend Mann auf und trat mit ihm am 3. September 1625 von Eger aus den Vormarsch ins Reich an. Das Jahr 1627 brachte schließlich große Erfolge. Im Juni hatte Wallenstein die in Schlesien eingedrungenen Feinde zurückgedrängt. Dann wandte er sich nach Niedersachsen gegen den Dänenkönig. Noch bevor das Jahr zu Ende war, besaß Christian IV. auf dem Festland kein Heer mehr. Auf dem Regensburger Reichstag wurde jedoch 1630 von den Jesuiten, Maximilian von Bayern, den deutschen Fürsten und Spanien die Absetzung des zu mächtig gewordenen Wallensteins durchgesetzt.

    Mit der Schlacht bei Rain am Lech am 15. April 1632 verlor Maximilian von Bayern nicht nur seinen Feldherrn Tilly, sondern auch sein Land. Der schwedische König Gustav II. Adolf stand in München. Nach neuen Verhandlungen nahm Wallenstein am 23. April 1632 das kaiserliche Oberkommando wieder an. Schonend, unter ständigen Verhandlungen mit dem sächsischen Kurfürsten Arnim, um mit ihm zu einem Separatfrieden zu gelangen, drängte er die Sachsen aus Böhmen heraus; am 25. Mai war Prag in seinen Händen. Dann rückte er über Eger ins Reich, verband seine Armee mit der Maximilians von Bayern, und Mitte Juni hatte er bei Nürnberg seinen großen Gegner Gustav II. Adolf vor sich. Am 18. September brach Gustav II. Adolf, dessen Heer durch Seuchen und Proviantmangel schwer litt, sein Lager ab. Wallenstein wendete sich nach Sachsen und zwang so den Schwedenkönig, ihm zum Schutz Arnims dahin zu folgen. Bei Lützen kam es am 16. November zur Schlacht, in der Gustav Adolf fiel.

    Nicht nur mit Arnim, sondern auch mit den böhmischen Emigranten und den Schweden stand Wallenstein im Sommer 1633 in Verhandlungen. Wallensteins widerspruchsvolles Verhalten erregte am Wiener Hof Zweifel an seiner Loyalität. Am 24. Januar 1634 erließ Ferdinand II. das zunächst geheim gehaltene Absetzungspatent. Am gleichen Tag erging an die Generale des Kaisers der Befehl, den des Verrats bezichtigen Wallenstein und seine Mitverschworenen gefangen nach Wien einzuliefern oder als überführte Schuldige zu töten. Am Abend des 25. Februar 1634 wurde der Herzog von Friedland im Pachhelbelhaus auf dem Ringplatz Egers von Hauptmann Devereux erstochen.



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