Al-Aksa-Intifada

    Aus WISSEN-digital.de

    (Intifada = arabisch "sich erheben") auch: zweite Intifada, Jerusalem-Intifada;

    benannt nach der Al-Aksa-Moschee auf dem Jerusalemer Tempelberg.

    Die Al-Aksa-Intifada begann Ende September 2000 nach dem Besuch des damaligen israelischen Oppositionsführers Ariel Scharon auf dem Tempelberg, einer heiligen Stätte des Islam. Die Al-Aksa-Intifada brachte den Friedensprozess im Nahostkonflikt erneut zum Erliegen. Ob die zweite Intifada wirklich durch Scharons Besuch auf dem Tempelberg provoziert oder schon seit längerem von palästinensischer Seite geplant worden war, ist umstritten.

    Im Vergleich zur ersten Intifada ist die zweite Intifada durch ein wesentlich höheres Ausmaß an Gewalt geprägt, das sich z.B. in Granatenangriffen auf jüdische Siedlungen in Gaza und im Westjordanland sowie sowie anhand von zahlreichen Selbstmordattentaten, vor allem gegen Zivilisten in Israel selbst, zeigt.

    Nach der Wahl Scharons im Februar 2001 zum Ministerpräsidenten kam es verstärkt zu Auseinandersetzungen. In der Intifada sind inzwischen mehrere radikale Gruppen wie die Hamas, der Islamische Dschihad und die der Fatah von Palästinenserpräsident Arafat nahe stehenden Al-Aksa-Brigaden vertreten, die eine friedliche Einigung mit Israel strikt ablehnen. Israel reagierte mit der so genannten "extralegalen Hinrichtung" führender Protagonisten der Intifada; im März 2004 wurden beispielsweise der Hamas-Gründer Scheich Jassin sowie kurze Zeit später sein Nachfolger Rantisi bei israelischen Raketenangriffen gezielt getötet. Die Schlagkraft der Hamas und anderer Militanter scheint zwar durch das israelische Vorgehen geschwächt zu sein, allerdings werden die Extremisten entgegen den Intentionen der Israelis innerhalb der Palästinensischen Gesellschaft gestärkt. Des Weiteren begann Israel im Juni 2002 im Westjordanland mit dem Bau eines mehrere 100 Kilometer langen Schutzzauns, um das Eindringen von palästinensischen Terroristen zu verhindern. Der Verlauf des Zauns verletzt palästinensisches Gebiet. Beide Maßnahmen wurden von der internationalen Gemeinschaft zum Teil heftig kritisiert.



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