Abdullah Öcalan

Aus WISSEN-digital.de

Führer der PKK in der Türkei; * 4. April 1949 in Urfa

Während seines Studiums der Politikwissenschaften in Ankara schloss sich Öcalan Anfang der 1970er Jahre einer maoistischen Studentenorganisation an. Er verließ die Gruppierung später wegen der antikurdischen Haltung einiger Genossen.

1978 gründete er auf der Basis der Türkischen Revolutionären Jugend die marxistisch orientierte kurdische Arbeiterpartei PKK (Partîya Karkerên Kurdistan), deren Generalsekretär er wurde. Ziel der PKK war die Durchsetzung eines unabhängigen Staates für die vor allem in Südanatolien ansässige Minderheit der Kurden. Zu diesem Zweck organisierte die Partei Guerillaaktionen und Terroranschläge (vor allem auf touristische Gebiete und türkische Botschaften). Wegen eines Betätigungsverbots im Ausland und militärischer Niederlagen der PKK-Guerillaeinheit ARGK war die Partei gegen Ende der 1980er Jahre stark geschwächt und nahezu handlungsunfähig.

Öcalan versuchte die politischen Verhandlungen von Syrien aus zu führen und rief seine Parteigenossen zu Gewaltverzicht auf. Als die Türkei Syrien 1998 mit einem Militärschlag drohte, um die Auslieferung des Kurdenführers zu erzwingen, tauchte Öcalan unter und konnte erst im Februar 1999 in Nairobi (Kenia) aufgegriffen werden.

Ende Mai 1999 begann der Prozess vor dem Staatssicherheitsgericht auf der Gefängnisinsel Imrali in der Nähe von Istanbul. Die Anklage lautete auf Hochverrat und Mord an Soldaten der türkischen Armee; das Gericht sprach das Todesurteil aus. Innerhalb der EU kritisierte man die Entscheidung und appellierte an die türkische Regierung, das Urteil nicht zu vollstrecken. Öcalan rief die PKK dazu auf, die Waffen niederzulegen und die Türkei zu verlassen. Ein im Oktober 1999 eingeleitetes Berufungsverfahren bestätigte das Todesurteil gegen den Kurdenführer, der daraufhin den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anrief. Im Oktober 2002 wurde das Todesurteil schließlich in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte verurteilte das Verfahren gegen Öcalan als unfair.


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