Abchasien (Republik)

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    autonome Republik in Georgien, liegt im Südwestkaukasus; 8 600 km², ca. 320 000 Einwohner (Abchasen, Georgier, Russen, Armenier; Angabe geschätzt); Hauptstadt: Suchumi.

    Geschichte

    Abchasien war vom 8. bis 10. Jh. ein Königreich. Seit dem 16. Jh. war es Teil des Osmanischen Reiches. Deshalb gehört ein Großteil der Abchasen dem Islam an. Ab dem 17. Jh. war Abchasien ein Fürstentum, ab 1810 russisches Protektorat. 1860 wurde Abchasien vom zaristischen Russland erobert und 1864 eingegliedert. Von 1918 bis 1821 war es ein (südwestlicher) Teil der Republik Georgien, 1922 dann eigenständige Sowjetrepublik. Seit 1930 Abchasische Autonome Republik in Georgien. Beim Abschluss des Unionsvertrages von 1922 gehörte Abchasien zu den vier gleichberechtigten Republiken der Transkaukasischen Föderation.

    1992 erklärte Abchasien seine Unabhängigkeit von Georgien. Der folgende Krieg endete mit einem Sieg der abchasischen Truppen (unterstützt von Russland) gegen Georgien. Seitdem ist Abchasien faktisch von Georgien unabhängig. Trotz eines Waffenstillstandsvertrags im Jahr 1994 und dem Einsatz von GUS-Truppen und UN-Beobachtertruppen an der Waffenstillstandslinie kommt es jedoch immer wieder zu neuen Gefechten. Im Juli 1998 wurden unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen Friedensverhandlungen geführt, die jedoch ergebnislos verliefen. In einer Volksabstimmung sprach sich die Bevölkerung Abchasiens im Oktober 1999 erneut für die Unabhängigkeit von Georgien aus; die georgische Regierung erkannte das Ergebnis wiederum nicht an. Im Oktober 2001 führte das Eindringen tschetschenischer und georgischer Partisanen zu einer allgemeinen Mobilmachung in der Teilrepublik. Die Freischärler wurden durch abchasische Truppen zurückgedrängt; die Lage blieb instabil, die Menschenrechtssituation prekär.

    Am 8. August 2008 begann Georgien eine Militäroffensive in der von Russland unterstützten abtrünnigen Region Südossetien, um die Kontrolle über das Gebiet zurückzugewinnen. Dies beantwortete Russland mit dem Einmarsch eigener Truppen, bis in eine Pufferzone im georgischen Kernland sowie in abchasisches Gebiet hinein. Vier Tage nach dem Einmarsch einigten sich Georgien, Russland, Südossetien und Abchasien - auf Grundlage von Vermittlungen der EU - auf einen Sechs-Punkte-Plan zur Befriedung der Lage. Ende August erkannte Russland ungeachtet aller Warnungen der USA und zahlreicher europäischer Länder die Unabhängigkeit von Südossetien und Abchasien an.



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