Österreich

    Aus WISSEN-digital.de


    Geografie

    Ein Dorf in den Alpen

    Die Republik Österreich ist mit 83 870 km² Fläche etwa doppelt so groß wie die Schweiz, hat aber mit 8,19 Millionen Einwohnern nur unerheblich mehr Bürger. Neben diesem Nachbarn im Westen und Südwesten hat der mitteleuropäische Binnenstaat noch mit sieben weiteren Ländern gemeinsame Grenzen: ebenfalls im Südwesten mit Liechtenstein, im Süden mit Slowenien und Italien, im Osten mit Ungarn und der Slowakei, im Nordosten mit der Tschechischen Republik und im Nordwesten mit Deutschland.

    Zwei Drittel der Landesfläche Österreichs bestehen aus Gebirge. Die Bergzüge des östlichen Teils der Alpen verlaufen meist von Ost nach West und sind durch breite und tiefe Täler voneinander getrennt. Der nördliche Alpenbereich in Österreich wird dabei von den Tiroler Alpen und den Salzburger Alpen eingenommen. Im Zentralmassiv der Hohen Tauern erhebt sich der Großglockner, mit 3 797 m der höchste Berg des Landes. Unmittelbar am Fuße des Großglockners liegt der mit 20 km² Eisfläche und 9 km Länge größte Gletscher Europas, die Pasterze. Im Süden des Landes liegen die Ötztaler, die Zillertaler und die Karnischen Alpen sowie die Karawanken, entlang denen die österreichisch-slowenische Grenze verläuft.

    Die genannten Bergketten sind an zahlreichen Stellen von Pässen durchbrochen. Die wichtigsten und gleichzeitig bekanntesten sind der Brennerpass in Tirol, der die kürzeste Verbindung von Süddeutschland nach Italien darstellt, sowie der Semmeringpass in den Ostalpen.

    Blick auf Salzburg

    Die durchschnittliche Landeshöhe Österreichs liegt auf Grund der zahlreichen Gebirge bei 910 m über dem Meeresspiegel. Der tiefste Punkt Österreichs liegt mit 113 m im Nordosten im Burgenland am Neusiedler See. Dieser ist zugleich mit 320 km² der größte See des Landes. Östlich davon befindet sich das Kleine Ungarische Tiefland sowie das Pannonische Becken, das in der Römerzeit römische Provinz zwischen Ostalpen, Donau und Save war. Im Norden ragt eine flach gewellte Plateaulandschaft, die auch Böhmen einnimmt, nach Österreich hinein. Das Plateau erreicht eine Höhe von bis zu 800 m über dem Meeresspiegel. Wichtigster Fluss Österreichs ist die Donau, die im Norden das Land in westöstlicher Richtung durchquert und nahezu alle Flüsse der Republik zu ihrem Einzugsgebiet zählt. Eine Ausnahme bildet nur das Bundesland Vorarlberg, dessen Wasserläufe in den Rhein münden. Die Hauptstadt des Landes, Wien, liegt im Osten des Landes und ebenfalls an der Donau.

    Klima

    Österreich liegt in der mitteleuropäischen Westwindzone im Übergangsbereich von einem kontinental bestimmten zu einem von atlantischen Einflüssen geprägten Klima. In den Gebirgsregionen herrscht alpines Klima mit sehr hohen Niederschlägen, kurze kühle Sommer wechseln sich ab mit langen und schneereichen Wintern. In den flacheren Landesteilen gibt es heiße Sommer und schneearme, kalte Winter.

    Die jährlichen Niederschlagswerte weisen ein West-Ost-Gefälle auf: Vom Außenrand der Alpen nach innen hin nehmen sie ab und sind zudem von der jeweiligen Höhe der Landschaft abhängig. Dies führt dazu, dass die Niederschläge im Hochgebirge an den Süd- und Nordflanken der Alpen Höchstwerte bis zu 3 000 mm pro Jahr erreichen können, wogegen in den im Regenschatten befindlichen Tälern nur 600 bis 700 mm im Jahr gemessen werden. In Klagenfurt sind es laut Statistik durchschnittlich 935 mm, in Innsbruck 840 mm und in Wien 660 mm Niederschlag pro Jahr. Ebenfalls auf die drei Städte Klagenfurt, Innsbruck und Wien bezogen ergeben sich im Januar Durchschnittstemperaturen von -5 °C, -3 °C und -1,5 °C, im Juli betragen sie 19 °C in Klagenfurt, und jeweils 20 °C in Innsbruck und Wien.

    Flora und Fauna

    Blick auf Innsbruck mit den Alpen im Hintergrund

    Österreich ist eines der waldreichsten Länder Europas. Fast die Hälfte seiner Gesamtfläche ist von geschlossenen Waldflächen bedeckt. Zahlreiche Vegetationsformen lassen sich unterscheiden: In den nördlichen und südlichen Kalkalpen finden sich Buchen-Tannen-Wälder, insbesondere im Norden tritt eine Unterart der Bergkiefer auf, die Latsche. In den Zentralalpen finden sich ausgedehnte Fichtenwälder sowie Tannen-Fichten-Wälder. Mit zunehmender Höhe folgen bis zur Baumgrenze bei 1 500 bis 2 200 m Zirbelkiefern und Europäische Lärchen, danach gibt es Sträucher, dann Grasheiden und Polsterpflanzen.

    Ein Granit- und Gneisgebiet bildet das Alpenvorland zwischen Alpen und Donau, das Mühl- und Waldviertel nördlich der Donau und das hügelige Weinviertel mit waldfreiem Lössboden. In diesen Regionen finden sich vereinzelt Eichen-Buchen-Wälder bzw. Kiefern, die bis zur weitflächigen Abrodung den Großteil des Landes bedeckten. Das kleine Ungarische Tiefland weist dagegen eine ausgeprägte Steppenflora auf.

    Charakteristisch für die Tierwelt der österreichischen Alpen sind Gämsen, Steinböcke, Hirsche, Rehe, Schneehasen, Murmeltiere, Auer- und Birkwild, der Alpensalamander und die schwarze Kreuzotter. Auch der vom Aussterben bedrohte Steinadler ist hier zu finden. In den etwas tiefer gelegenen Bergmischwäldern treten Haselhühner, etwas höher auch das Auerhuhn auf. Die subalpinen Nadelwälder sind Heimat des Birkhuhns, das Schneehuhn findet Schutz in den Felsspalten im hochalpinen Bereich. Zahlreiche Vogelarten - etwa hundert Brutvogelarten finden ihren Lebensraum in den Alpen - verlassen den alpinen Raum in der kalten Jahreszeit und überwintern im Süden.

    Raubwild wie Bär, Wolf und Luchs sowie Bart und Gänsegeier wurden durch die vorrückende Zivilisation sowohl im Tiefland als auch in den abgelegeneren Bergtälern bereits im 19. Jahrhundert ausgerottet, wandern aber heute zum Teil aus den Ländern des früheren Ostblocks wieder ein bzw. werden wieder angesiedelt.

    Bevölkerung

    Die Hofburg in Wien, Michaelertrakt

    Österreichs Bevölkerung ist zu 98 % deutschsprachig; in Kärnten ist Slowenisch, im Burgenland sind Kroatisch und Ungarisch weitere offizielle Sprachen. Etwa 91 % der Bürger sind Österreicher. Sechs staatlich anerkannte Volksgruppen leben vorzugsweise im Osten und Süden des Bundesgebiets: burgenländische Kroaten (im Burgenland lebt auch noch eine kleine Minderheit an Magyaren), Slowaken im Grenzgebiet zur Slowakei, Slowenen in Südkärnten und der Steiermark, Tschechen und Slowaken in und um Wien sowie Ungarn und Roma. Über 73 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, knapp 5 % protestantisch. Muslime bilden mit 4 % eine weitere Minderheit.

    Der überwiegende Teil der Bevölkerung lebt im Alpen- und Karpatenvorland, im Wiener Becken (in Wien allein über 1,61 Millionen Einwohner) und dem österreichischen Anteil am Pannonischen Tiefland im Osten. Weitere Städte, die jedoch deutlich kleiner sind als die Hauptstadt, sind Graz mit 227 000 und Linz mit 185 000 Einwohnern. Am niedrigsten ist die Bevölkerungsdichte in Tirol, Kärnten und Salzburg, 60 % der Landesfläche sind aufgrund der weiträumigen Gebirge unbesiedelt.

    Die Lebenserwartung entspricht mit 79 Jahren dem europäischen Schnitt; das Bevölkerungswachstum ist sehr gering (0,1 %).

    Politisches System

    Das Parlamentsgebäude in Wien

    Die Bundesrepublik Österreich hat eine parlamentarisch-demokratische Verfassung. Die Volksvertretung nennt sich Bundesversammlung und besteht aus dem Nationalrat mit 183 Sitzen und dem Bundesrat mit 62 Sitzen. Die Mitglieder des Nationalrats werden auf vier Jahre direkt gewählt, die Mitglieder des Bundesrats werden von den Länderparlamenten nach dem Verhältniswahlrecht bestimmt. Das Staatsoberhaupt (seit Juli 2004 Heinz Fischer) wird als Bundespräsident für sechs Jahre direkt gewählt, ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und benennt den Bundeskanzler (seit 2007 Alfred Gusenbauer) und das Kabinett gemäß den Vorschlägen des Kanzlers. Nationalrat und Bundesrat bilden die Bundesversammlung, die jedoch nur zur Vereidigung des Bundespräsidenten sowie zum Beschluss über eine Kriegserklärung zusammentritt. Wichtige Parteien Österreichs sind die "Sozialdemokratische Partei Österreichs" (SPÖ), die "Österreichische Volkspartei" (ÖVP), "Die Freiheitlichen" (FPÖ), die Grünen sowie das "Bündnis Zukunft Österreich" (BZÖ).

    Österreich ist in neun Bundesländer gegliedert: Wien, Nieder- und Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg, Kärnten, Steiermark und Burgenland besitzen ein eigenes Parlament mit eigener Regierung, die jeweils von einem Landeshauptmann geführt werden. Die unteren Verwaltungseinheiten in den Bundesländern sind die Stadt- und Landbezirke.

    Wirtschaft

    Österreich ist ein hoch entwickeltes Industrieland. Seit 1995 ist es als Mitglied der Europäischen Union dabei, sein Wirtschaftssystem an das der Gemeinschaft anzugleichen. Als einer der wohlhabendsten Mitgliedstaaten ist Österreich zudem 1999 der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) beigetreten und hat im Jahr 2002 den Euro eingeführt. Das Land hatte durch seine EU-Einbindung teil an dem geringen Wirtschaftswachstum in Europa in den vergangenen Jahren (2004 1,9 %). Inzwischen hat sich die Wirtschaft wieder etwas erholt. 2006 betrug das Wirtschaftswachstum 3,2 %. Die Arbeitslosenquote ist mit 5,2 % moderat.

    Zwei Drittel der Exporte gehen in die EU, daneben stellen osteuropäische Nationen traditionell wichtige Handelspartner dar. Viele Industrien und Betriebe sind mittelständisch und in ihrer Mehrzahl in den östlichen Landesteilen zu finden. Die wichtigsten Industriezweige produzieren in den Bereichen Chemie und Fahrzeuge sowie Maschinen und Stahlbau. Besonders exportorientiert ist die Motoren- und Getriebeproduktion, die eine Ausfuhrquote von 90 % aufweist, aber auch Hochtechnologie-Produkte wie elektronische Bauteile, Chips und Schaltkreise gehen in den Export. Abgenommen hat dagegen die Bedeutung der Nahrungs- und Genussmittelindustrie.

    Etwa 4 % der erwerbstätigen Österreicher sind noch in der Land- und Forstwirtschaft tätig. Aufgrund der großen Waldbestände, die rund 39 % der Staatsfläche einnehmen, ist insbesondere die Forstwirtschaft (Sägewerke, Holzverarbeitung) hoch entwickelt. So gehört Österreich zu den größten Exporteuren von Schnittholz.

    Vorhandene Ressourcen an Eisenerz und Nichteisenmetallen, an Erdöl und Erdgas waren und sind Basis der industriellen Entwicklung. Inzwischen reichen die Vorkommen nicht mehr für den hohen Eigenbedarf aus und es müssen Rohstoffe importiert werden. Trotzdem werden nach wie vor in der Steiermark Eisenerze abgebaut und in Stahlfabriken bei Linz verarbeitet. Zahlreiche Wasserkraftwerke an den vielen Alpenflüssen ermöglichen überdies die Eigenproduktion von mehr als zwei Drittel der österreichischen Energiemenge durch heimische Wasserkraft.

    Wichtiger Wirtschaftsfaktor ist auch der Fremdenverkehr, der hohe Deviseneinkünfte ins Land bringt. Gemessen an der Zahl der jährlich einreisenden Touristen liegt das Land weltweit mit an der Spitze der Tourismusnationen. Insbesondere Tirol, Salzburg und Kärnten sind in ihrer Infrastruktur primär auf Wintersportler, aber auch auf Sommerurlauber ausgerichtet. Auch in der Hauptstadt Wien spielt der Fremdenverkehr mit jährlich mehr als vier Millionen Touristen eine wichtige Rolle.

    Audio-Material
    Datei:Hym austria.mp3 Österreich, Hymne


    Republik Österreich

    Fl oesterreich.jpg Wappen oesterreich.svg
    Republik Österreich
    Amtssprache Deutsch, Slowenisch, Kroatisch, Ungarisch
    Hauptstadt Wien
    Staatsform Parlamentarisch-demokratische Bundesrepublik
    Fläche 83.870 km²
    Einwohner 8.190.000
    Währung Euro
    Zeitzone UTC+1 MEZ, März bis Oktober: UTC+2 MESZ
    KFZ-Kennzeichen A
    Internet-TLD .at
    Telefonvorwahl 0043


    Das große Tier-Quiz

    Etwa eine Trillion Tierarten gibt es. Sie kennen nicht alle? Macht nichts, vielleicht knacken Sie auch so den Highscore ...
    Jetzt quizzen!


    KALENDERBLATT - 24. Oktober

    1648 Der Westfälische Friede beendet den Dreißigjährigen Krieg.
    1795 Mit der dritten polnischen Teilung (zwischen Preußen und Russland) geht die Geschichte der Königlichen Republik Polen zu Ende.
    1885 Die österreichische Operette "Der Zigeunerbaron" von Johann Strauß wird in Wien uraufgeführt.